Bauhaus-Universität Weimar

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zu verdecken vermag. Dies ist ganz besonders bei stürmischem 
und aufgeregtem Herzschlage der Fall. 
In einem solchen Falle kann nur noch das chronophoto- 
graphische Einzelbild und die Beobachtung der kinematographisch 
verlangsamten Bewegung Aufklärung schaffen. Das Einzelbild 
bringt infolge seiner „Gleichartigkeit“ naturgemäss in der Be- 
urtheilung der Locomotion des ganzen Herzens eine gänzlich 
einwurfsfreie Entscheidung. 
Es ist für die Erklärung des Zustandekommens der Total- 
Bewegung von wesentlicher Bedeutung, bei dem Verlaufe der 
Muskelfasern der linken Kammer, wenn auch nur in gedrängter 
Kürze zu verweilen. 
„Alle der Längsrichtung der linken Kammer mehr oder 
weniger parallel verlaufenden Fasern, es sind die äusseren und 
inneren Schichten, entspringen von den fibrotendinösen Ringen 
an der Kammerbasis und von der musculösen Seite der Aorten¬ 
wurzel1). Sie gehen hier vorwiegend von zwei Stellen ab: dem 
Knorpel, der die Grenze zwischen rechter und linker Aorten¬ 
klappe bildet und von dem, welcher über dem Boden der 
hinteren Klappe liegt, ausserdem in geringerem Masse von dem 
Atrioventricular-Ring. Sie gehen zum grössten Theil in den 
Wirbel der linken Kammer; nur die welche von dem hintersten 
Theile des Ringes entspringen werden zu äusseren Fasern des 
rechten Ventrikels. Diejenigen Fibrillen, welche dem Herzwirbel 
angehören, biegen in das Innere der Kammer um und laufen 
als innerste Schicht fast senkrecht nach oben. Hier haben sie 
zwei Endigungsweisen: sie inseriren entweder in Papillarmuskeln 
und Chordae tendineae oder am Atrioventricular-Ring ; an diesem 
entweder direkt oder durch mehr oder weniger lange Sehnen.“ 
Insbesondere die mächtigeren, aus dem hinteren und vorderen 
Winkel des Ostium venosum sinistrum und der Arteria Aorta 
hervortretenden Muskelfasern haben an diesen Stellen nach der 
Beschreibung C. Ludwigs2) auch zahlreiche Sehnenbündel. 
Mächtigere Faserlagen mit nachweisbaren Ursprüngen ent¬ 
springen ferner von dem Theil der Scheidewand, die an die 
Aorta grenzt. Es ist dies die bekannte Stelle der Aorta, welche 
beim Ochsen normal verknöchert. (C. Ludwig.) 
*) Krehl, 1. c., S. 345. 
2) 1. c. S. 194. 
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