Bauhaus-Universität Weimar

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Auch nur eine oberflächliche Betrachtung- der kinemato- 
graphischen Photographien, Tafel I Fig. 4 lehrt, dass am Spitzen- 
Antheile des linken Ventrikels während der Systole eine deut¬ 
liche Umformung zustande kommt, die im wesentlichen darin 
besteht, dass während der Phasen der Contraction die Herzspitze 
in dem sich abrundenden unteren Herzcontour grösstentheils oder 
völlig verschwindet, während an der vorderen Fläche des Spitzen- 
Antheiles eine Prominenz auftritt, die gerade nur während der 
ganzen Dauer der Systole zu beobachten ist. Diese Form Ver¬ 
änderung imponirt, da sie im Beginn der Systole anhebt und 
gradatim bis zu dem Höhepunkte der Systole fortschreitet, als 
ein Emporrücken der Herzspitze. Sie ist jedoch, wie gezeigt 
werden wird, nichts anderes als ein Theil der partiellen Form- 
Veränderung der linken Kammer, speciell ihres Spitzen-Antheiles 
und als solche von der Total-Bewegung durchaus verschieden, 
denn an die Stelle der während der Systole emporrückenden 
Wandpartien des Spitzen-Äntheiles werden von hinten und von 
den Seiten her andere Stellen der Flerzwand herangezogen. 
Zur Beurtheilung der Total-Bewegung müssen wir 
hingegen den ganzen unteren Herzrand und seine Loco¬ 
motion im Verhältnisse zu einer in seiner Nähe ange¬ 
brachten fixen Marke in Betracht ziehen. Der untere 
Herzrand rückt in toto während der Systole nur dann 
in die Höhe, wenn auch das ganze Herz sich nach oben 
bewegt. Hingegen kann, wie noch näher auszuführen 
sein wird, die systolische Umformung des Herzens und 
damit auch des linken Ventrikels, beziehungsweise tlas 
scheinbare Emporrücken der Herzspitze zustande kommen, 
ohne dass das gesammte Herz und mit ihm auch der 
untere Herzrand eine Ortsveränderung im Raume voll¬ 
brächte. 
Als bisheriges Ergebnis ist nunmehr der Befund zu prae- 
cisiren, dass uns die Ortsveränderung des unteren Herzrandes 
als Kriterium und als Mass für das Vorhandensein und die 
Grösse der Total-Bewegung des Herzens zu gelten hat. 
Das Hinaufrücken des ganzen vertical gestellten Herzens 
während der Systole ist übrigens auch ohne complicirtere, me¬ 
thodische Beihilfe leicht so nachzuweisen, dass man eine unver¬ 
änderliche Marke in der Nähe der Herzspitze, eine zweite in 
der Nähe der rechten Seite der Atrioventricular-Grenze anbringt.
        

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