Bauhaus-Universität Weimar

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Bild 5 zeigt ihn in unverminderter Helligkeit an 
seinem obersten Grenzpunkte. Wenn wir gleichzeitig 
die systolischen Veränderungen des linken Ventrikels, deren 
Erscheinungs-Form uns schon bekannt ist, beobachten, dann 
finden wir, dass hier die Systole ebenfalls im Bilde 4 auf 
ihrem Höhepunkte angelangt ist, denn zu dieser Zeit ist der 
Lichtpunkt über der linken Kammer am kleinsten und scharf 
umschrieben. Während nun die Contouren des unteren Licht¬ 
fleckes im Bilde 5 bereits wieder verschwommen geworden sind 
und der Reflex selbst matter erscheint, ist der Licht-Reflex über 
der rechten Kammer sogar noch etwas weiter nach links auf¬ 
wärts gewandert, dabei in unverminderter Helligkeit und gleich 
scharfer Contourirung wie im früheren Bilde. 
In dem späteren Bilde sehen wir den Licht-Reflex ver¬ 
schwommen und matter geworden, in zwei Theile aufgelöst, in 
Bild 8 und 9 ist er wiederum vollständig verschwunden. Sein 
Abwärtssinken innerhalb des Bereiches der rechten Kammer im 
Bilde 6 geht theils mit dem Wiedereintritte der diastolischen 
Verbreiterung des Ventrikels einher, theils wird es durch die 
diastolische Abflachung der ganzen Kammerwand begründet. 
Für die gleiche Zeitperiode, während des Vorschreitens der Sys¬ 
tole bis zu ihrem Endpunkte, ist die allmählich von rechts nach 
links sich fortpflanzende Abrundung des oberen Herz-Contours 
gleichfalls aus den chrono - photographischen Einzelbildern mit 
Sicherkeit zu erkennen. 
Die von der eben besprochenen in manchem Punkte ver¬ 
schiedene Bilder-Serie, Tafel I, Fig. I, welche Photographien des¬ 
selben Herzens darstellen, die im Verlaufe des gleichen Versuches 
nach etwas mehr als 3 Sekunden währender Athem-Pause ent¬ 
standen sind, illustriren den gleichen Befund. Er ist in dieser Serie 
nicht ganz so klar und ins Auge fallend, wie auf Tafel II, Fig. II, bei 
der Reproduction des lebenden Bildes zeigt aber auch diese Stelle 
die Aufwärts-Wanderung des Licht-Reflexes in conformer Weise. — 
Der Befund ist gerade an den besten meiner Herzbilder bei 
der Reproduction der Bewegung am klarsten zu erheben und 
kann somit für den normalen Herzschlag als con¬ 
stant angenommen werden. 
Eine Erklärung dieses Phaenomens, das den Anschein er¬ 
weckt, als würde die Contraction des rechten Ventrikels auch 
unter physiologischen Verhältnissen diejenige des linken über-
        

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