Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Experimentelle Untersuchung der einfachsten psychischen Processe: Erste Abhandlung
Person:
Exner, Sigmund
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit2570/5/
Experimentell« Untersuchung d. einfachsten psychischen Proeesse. 605 
Prazmowskil 2) und Hartmann*) waren die Ersten, welehe 
mit Nachdruck darauf aufmerksam machten, dass bei solchen 
ßeobachtungen die Hebung von der grössten Wichtigkeit sei, und 
dass es vielleicht möglich wäre den persönlichen Fehler gleich 0 
zu machen, wenn man die Hebungen an einem Apparate vor¬ 
nehmen könnte, der erlaubte, sich gleich nach jedem Versuch 
von dem Vorhandensein und der Grösse des Fehlers zu überzeu¬ 
gen, so dass man, seine Fehler kennen lernend, sie zu vermei¬ 
den wisse. 
Ein solcher Apparat wurde eonstruirt von den beiden schweizer 
Astronomcu Hirsch und Plautamour3). Derselbe bestand aus 
einem sternähnlicheu Merkzeichen, das in entsprechender Entfer 
nung vor dem Fernrohr vorbeigeführt, wurde. In dem Momente, 
in welchem es hinter den betreffenden Faden des Fernrohres tritt, 
setzt es auf electrischem Wege die Zeiger eines Chronoskopes 
in Gang. Dieselben werden wieder arretirt, wenn der Beobachter 
einen eleetrisehen Schlüssel drückt, was er in dem Moment thut, 
in welchem ihm der Durchgang stattzuiinden scheint. 
Dieser Apparat gestattete den beiden Astronomen nicht nur 
ihre persönliche Gleichung mit möglichster Bestimmtheit zu er¬ 
mitteln, sondern auch den physiologischen Fehler, nicht durch 
die Vergleichung mit andern Personen, sondern absolut zu be 
stimmen. 
Es ergab sich, dass auch nach der offenbar sehr grossen 
Hebung der genannten Forscher, der Fehler nicht — 0 wird, 
dass derselbe auch nicht constant wird, vielmehr sehr grosse 
Schwankungen, z. ß. bei Hirsch von 0,013 Sccunde bis 0,362 
Seconde, behält, dass er bisweilen auch negativ werden kann, 
d. h. dass der Durchgang signaiisirt wird, bevor er stattgefunden 
hat. Es zeigte sich ferner, dass die Mittelzahlen von Tag zu 
Tag mit nicht unbeträchtlichen Differenzen behaftet sind. 
Drei Jahre später veröffentlichte Wolf4) eine ausführliche 
Untersuchung des persönlichen Fehlers, welche er wie seine Vor¬ 
gänger an einem Apparate angestellt hatte. Auch er hatte sich 
einen künstlichen Stern eonstruirt, dessen Durchgang beobachtet 
1) Cosmos. Vol. IV. 
2) Grunert’s Archiv 1858. 
3) Détermination télégraphique etc. Genève et Bâle 1864. 
4) Comptes rendus de l'acd. d. sc.“ t. LX.
        

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