Bauhaus-Universität Weimar

4. Der 'Wirtsehaftshof. 
41 
1907 
1906 
1905 
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°/o 
Getreide......... 
. 50,1 
49,4 
50,0 
Hackfrüchte....... 
. 25,9 
25,3 
26,1 
Blattfrüchte und Futterpflanzen . 
. 24,0 
25,3 
23,9 
In Wirklichkeit ist die Nebenrotation genan entsprechend der Frucht¬ 
folge zur Durchführung gekommen. In der Hauptrotation machte der Futter¬ 
bau einige Schwierigkeiten. Die Luzerne befriedigte nicht in ihren Erträgen, 
und sie konnte nicht immer, wie angenommen war, 3 Jahre auf demselben 
Felde bleiben. Man erzielte dann schlechte Ernten und hatte eine starke 
Verqueckung der Felder zu befürchten. Die Klagen über ungenügende Aus¬ 
dauer der Luzerne sind ja ziemlich allgemein. Die Angaben der Literatur, 
nach welchen Luzerne 6—8—10 und mehr Jahre ausdauern soll, scheinen 
der Yergangenheit anzugehören. In der Praxis hat man in der Rheinprovinz 
Schwierigkeiten genug mit einer dreijährigen Ausdauer.^ Durch diesen Um¬ 
stand und einige andere Zufälligkeiten haben Verschiebungen stattgefunden, 
welche indessen den Gesamtrahmen der Fruchtfolge nicht berührten. 
Bei der großen Bedeutung der Viehhaltung für den Betrieb des Dikops- 
hofes ist eine genügende und vor allen Dingen sichere Futterproduktion 
eine unbedingte Voraussetzung. Die Erfahrungen, welche mit der kleinen 
Jungviehweide gemacht wurden, sind durchaus ermutigend. Es wird deshalb 
beabsichtigt, im Frühjahr 1908 weitere 2,5 ha in Weide niederzulegen. Da¬ 
durch kann man nicht nur dem Jungvieh, sondern auch den älteren Zucht¬ 
tieren Weidegang zukommen lassen. Übrigens steht dem Dikopshof auch 
noch die Futternutzung auf den geodätischen Übungsplätzen bei Ippen¬ 
dorf zu. Es handelt sich um zwei große Flächen von zusammen 10,07 ha, 
welche eingezäunt und mit je einem Gebäude ausgestattet sind. Die Ge¬ 
bäude enthalten je eine Arbeiterwohnung, einen Stall und einen Futter¬ 
schuppen. Diese Grundstücke werden im Frühjahr und dann von August 
an als Weide für das Jungvieh benutzt; ein Teil der Fläche wird zur Heu¬ 
werbung verwendet. 
4. Der Wirtschaftshof.1) 
Der ganze Hof war bei der Übernahme des Gutes von einem Weiher 
umgeben. Namentlich auf der Westseite hatte der Weiher eine recht erheb¬ 
liche Breite und im ganzen betrug seine Fläche 0,5 ha. Zweifellos wird durch 
den Weiher, der von hohen Bäumen auf beiden Seiten umgeben ist, die 
landschaftliche Lage des Hofes verschönert. Wirtschaftlich hatte er doch 
auch manche Schattenseiten zur Folge. Zum ganzen Hof war nur an der 
Südostecke ein einziger Zugang; bei einer eventuellen Feuersbrunst hätten 
sich hieraus sehr ernste Verhältnisse ergeben können. Weiter war eine 
Durchfahrt durch die Scheunentennen ausgeschlossen und endlich war das 
') Vergl. Hansen, Dikopshof als Gutswirtschaft der Königlichen Landwirtschaftlichen 
Akademie Bonn-Poppelsdorf. Deutsche Landwirtschaftliche Presse 1905, No. 45—47.
        

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