Bauhaus-Universität Weimar

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Zweiter Abschnitt. Die Einrichtungen des Dikopshofes. 
Bodens von Dikopshof ausmacht, ist für die Bewirtschaftung von einschneidender 
Bedeutung. Zwar bewirkt der hohe Gehalt an diesen feinen Bestandteilen 
nicht eine schwere Bearbeitungsfähigkeit, aber in anderer Hinsicht macht er 
sich unangenehm bemerkbar. In den Wintermonaten verschlammt der Boden 
außerordentlich stark. Im zeitigen Frühjahr ist er dadurch für die Luft 
schwer zugänglich, was namentlich bei den Wintersaaten unangenehm 
empfunden wird. Ganz besonders trifft das zu, wenn in ungünstigen Früh¬ 
jahren wiederholte Niederschläge lange Zeit vergehen lassen, ehe Egge oder 
Hacke Abhilfe zu schaffen in der Lage sind. Ein recht scholliger Zustand der 
mit Winterung bestellten Felder ist sehr viel günstiger, als wenn der Boden 
eine feine Beschaffenheit angenommen hat. Weiter bewirkt die besprochene 
Beschaffenheit der Ackerkrume, daß die Herbstfurche nicht der Frühjahrs¬ 
furche in dem Maße überlegen ist, als das der Regel nach der Fall zu sein 
pflegt. Beispielsweise ist ein im ganz zeitigen Frühjahr gepflügtes Feld für 
den Anbau der Rüben annähernd oder ganz so günstig als ein im Herbst 
tief gepflügter Acker. Diese Anschauung ist in hiesiger Gegend allgemein 
unter den Landwirten vertreten. Sie widerspricht durchaus den allgemeinen 
und wohlbegründeten Erfahrungen anderer Gegenden, ist aber trotzdem zu¬ 
treffend. Die Erklärung finde ich nur in dem starken Verschlammen des 
vor Winter gepflügten Bodens, während der im Frühjahr gepflügte Acker der 
Luft besser zugänglich bleibt. Auf diese Tatsache wird später noch einmal 
zurückzukommen sein. 
Auf die Ziffern für die sehr wechselnden Böden außerhalb der Lö߬ 
region soll nicht weiter eingegangen werden. Es liegen hier nur wenige 
Untersuchungen vor; die Durchschnittszahlen haben daher keine Bedeutung. 
Für die chemische Bodenuntersuchung beschränke ich mich auf die 
Mitteilung des Gehaltes an den wichtigsten Pflanzennährstoffen, an Humus 
und auf die Angabe der Wasserkapazität in Prozenten. Da hier eine kleinere 
Zahl von Untersuchungen vorliegt, mögen sämtliche von Remy angegebenen 
Einzelzahlen sowie die Durchschnitte für die zusammengehörigen Bodenarten 
mitgeteilt werden. Bemerkt sei noch, daß die Menge der Aschenbestandteile 
in 25 prozent. kochender Salzsäure bei einstündiger Einwirkung und daß der 
Stickstoffgehalt nach Kjeldahl bestimmt wurde. 
(Siehe die Tabelle 1 S. 35.) 
Diese üntersuchungsergebnisse zeigen, daß der Boden nach keiner 
Richtung über erhebliche Nährstoffmengen verfügt. Der milde und fein¬ 
sandige Lehm, zwischen welchen typische Unterschiede nicht vorhanden 
sind, können bei dieser Betrachtung zusammengefaßt werden. Der Sticlcstoff- 
gehalt ist in allen Fällen klein. Im Untergründe findet sich erklärlicher¬ 
weise noch weniger Stickstoff als in der Ackerkrume, damit deckt es sich, 
daß der Boden auf eine Stickstoffdüngung bedeutende Reaktion zeigt. Die 
Phosphorsäure ist ebenfalls in mäßigen Mengen vorhanden, im Durchschnitt, 
aber nicht in allen Fällen, in etwas größeren Mengen im Untergrund als in 
der Ackerkrume. Trotzdem haben die bisherigen Erfahrungen gezeigt, daß 
von Phosphorsäuredüngungen erhebliche Wirkungen nicht erzielt werden.
        

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