Bauhaus-Universität Weimar

SYSTEM SARTORIUS. 
i 
Erklärun! 
Fig. 1. 
einiger neuer meist patentirter Einrichtungen an Waagen zu wissenschaftlichen'und technischen Zwecken. 
1. Toastix-xroxxiclxtTaxig- f-vir die Exid.a,2cen. 
Die Erfüllung einer wirklich fehlerlosen Stellung der beiden Endaxen zur Mittelschneide ist das erste 
hauptsächlichste Erforderniss, welches eine Waage zur wirklich guten macht und viele Wägungsfehler beseitigt. 
Das Gehäuse A (Fig. 1) enthält in seiner oberen Masse die Endaxe von Car- 
neol eingeschoben und ist auf das Balkenende so aufgesteckt, dass sowohl eine Stellung 
in horizontaler und verticaler Richtung durch geeignete Steilschrauben, als auch seine 
Entfernung von der Mittelaxe geändert werden kann. Es können dadurch drei Be- 
wegungsmöglichkeiten, welche die erforderlichen Richtigstellungen der Endaxen zur 
Mittelaxe mit grösster Präcision ausführen, bewirkt werden, und zwar der Reihe nach 
jede^folgende für sich, ohne Störung der vorhergegangenen. Je drei Schrauben 1, 2 
und 3, die in den Ecken eines rechtwinkeligen Dreiecks, dessen eine Kathete horizontal 
angeordnet ist, sicli auf beiden Flächen des Gehäuses befinden, haben in der Gehäuse¬ 
wand ihr Muttergewinde und fühlen gegen die Fläche des mit etwas Spielraum zwischen 
liegenden Balkenendes. Man kann also je nachdem man mit den Schrauben 1 oder 2 
arbeitet, die Schrauben um die Horizontale 1, 2 oder um die Verticale 2, 3 drehen. 
Die richtige Höhenlage der Axen wird durch Verschiebung eines Keils erzielt, der in dem Hohlraum zwischen 
der oberen Balkenkante und der Gehäusewand eingeführt ist und mittelst der Stellschraube S, welche durch 
den in der Zeichnung sichtbaren rechtwinkelig umgebogenen Kopf des Keils geht, verschoben werden kann. 
In der Fig. 2 vertritt die Stelle des Keils die obere Balkenkante selbst, die durch 
einen Einschnitt von der übrigen Balkenmasse so getrennt ist, dass sie eine federnde Lamelle 
bildet, auf der sich mittels Handhabung der unten am Gehäuse befindlichen Zugschrauben 
4 und 5 und einer innerhalb des Gehäuses in die Balkenmasse eingeschraubten, in der Figur 
nicht sichtbaren Druckschraube sich das Gehäuse und mit diesem die Axe in die richtige 
Höhe einstellen lässt. 
Um die Entfernungen der Endaxen von der Mittelaxe gleich machen zu können, 
dienen die Schrauben 6, die in den Balken eingeschraubt sind, und deren Kopf sich gegen 
das obere Ende des Gehäuses stemmt. Die feine Justirung der Gleicharmigkeit geschieht 
Vig *2. mit den schon erwähnten Schrauben 4 und 5. 
2. IDa,s Compensations-Gehänge. 
Durch das Compensations-Gehänge (Fig. 3) ist der Fehler vermieden, der sich 
bei andersconstruirten Waagen durch verschiedene Einstellung bei derselben Belastung 
zeigt, je nachdem die Last in der Mitte oder am Rande der Schale aufgelegt ist, weil 
durch; die veränderte Lage der Last auch die Mittellinie des Druckpunktes auf die Schneide 
eine Aenderung erleidet. — Beim Conpensations-Gehänge befindet sich eine plane Carneol- 
pfanne in einem Rahmen (Fig. 3), der mittels Zapfenschrauben von dem 
Arretirungs-Mechanismus (Fig. 4) beim Arretiren getragen wird, wobei die 
vordere Zapfenschraube sich in die oben trichterförmig ausgearbeitete Säule 
(Fig. 4) senkt, während sich die beiden hinteren Zapfenschrauben auf das 
Querstück der hinteren Säule aufstellen, die eine auf eine ebene Fläche, 
die andere in eine Rinne. Durch diese Anordnung ist die Berührungslinie 
zwischen Pfanne und Axe vollständig gegen Wandelbarkeit gesichert und 
es kann niemals irgend welche Klemmung des Mechanismus stattfinden. 
Zu beiden Seiten des Pfannensteines (Fig. 3) sind Carneolhütchen in den 
Fig.i3. Fassungsrahmen eingesetzt, deren Boden mit der unteren Pfannenfläche in 
eine Ebenejfällt. In diesen beiden Carneolhütchen spielt der Bügel b mittels der beiden Schrauben 0 und 00? die an 
ihren Spitzen gehärtet und fein polirt sind, rechtwinkelig zur Waagenaxe und in derselben Ebene wie die Pfanne. 
Der Druck kann bei dieser Anordnung, selbst bei der schiefsten Belastung nur stets auf demselben Punkte erfolgen. 
Description 
of some new patent improvements in balances for scientific and technical purposes. 
JSTo. 1. ^xxaaagexxiexrt fox a,d.j tasting tlxe end. etsres. 
The chief success of a good balance lies in the attainment of accurate positions of the two end axes with 
the knife edge in the middle of the beam. 
The box A (Fig. 1) contains in its solid upper parts the end axis or knife edge of agate, and is so mounted 
on tiie end of the beam by means of adjusting screws, that its position can be altered both horizontally and vertically, 
and its distance also from the knife edge in the middle of the beam. Three movements are therefore possible to 
effect with the greatest precision the necessary adjustements of the end axis in relation to the knife edge of the 
beam, and sucli movements can be made independently. Three screws 1, 2, 3 form the corners of a rectangular 
triangle on each side of the box A, and touch with their ends the sides of the end of the beam. In working now 
—$> 3 4>~-
        

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