Bauhaus-Universität Weimar

JL 
Sartorius neuer WärmeRasten 
zum Brüten von Bacillen (Bactérien) und zum Einbetten mikroskopischer Präparate 
in Paraffin für beliebiges Heizmaterial. 
Beschrieben von Herrn Dr. Alfred Koch in Güttingen in der Zeitschrift für wissenschaftliche Mikroskopie Band X Heft ? und von Herrn Dr. Hans 
Reichen buch in Göttingen itn Centralblatt fur Bakteriologie und Parasitenkunde Band XV No. 22 und in der Zeitschrift fur instrumemenkunde »894 Heft ». 
IBeeclireiTo’u.m.g'. 
Der innere Raum des Apparates ist die Wärmekammer, deren Form leicht aus der nachstehenden 
Zeichnung zu erkennen ist, sie kann sowohl im Ganzen zum Einsetzen der Präparate benutzt werden, als auch 
in mehreren Abtheilungen die durch siebartig durchlöcherte Bleche gebildet werden, die sich horizontal in 
Zwischenräumen übereinander in einem Gestelle befinden, welches leicht in die Wärmekammer eingeschoben 
werden kann. An der Vorderseite der Kammer ist eine Thür von 10 bis 12 mm dickem Glase in einem mit 
Filztuch belegten Rahmen, wodurch ein hermetischer Verschluss hergestellt und die Wärme gut isolirt ist. 
Wird auf Beleuchtung des Innenraumes verzichtet, so wird ein Schirm von Filz vor die Thür gesetzt, der mit 
Wachstuch überkleidet ist. 
Im Uebrigen ist die Kammer vollständig von dem Wasser¬ 
raum W umgeben, dessen Wandungen ca. 2'/. cm Abstand von 
einander haben und von denen die innere aus Wellblech besteht, 
um eine möglichst grosse Heizfläche zu bieten. Die Füllung 
dieses Wasserraumes geschieht durch das Röhrchen 11 in der 
oberen Bekleidung des Apparates mit destillirtem oder Regen¬ 
wasser, welches aus der Oeffnung r. an der Seitenwand, aus- 
zufliessen anfängt, sobald der Raum vollständig gefüllt ist. Vor dem 
Füllen wird das Wasser auf eine etwa 10° höhere Temperatur 
gebracht, als diejenige ist, die die Wärmekammer haben soll, wo¬ 
durch von vorn herein nahezu die letztere erreicht wird. Durch 
das mit Korkstopfen versehliessbare Röhrchen r1 unten an der 
Seitenwand kann der Wasserraum entleert werden. 
Der den beschriebenen Wasserbehälter umschliessende Raum 
X ist mit einer ca. 5 cm dicken Schicht eines guten Isolir- 
materials ausgefüllt, welche an ihrer inneren Wandung die 
Temperatur des inneren Wassermantels annimmt und beibehält, 
wodurch Strömungen in der Flüssigkeit verhindert werden, die 
sonst durch Abkühlung der Wandungen eintreten müssten. 
Ausserdem bewirkt diese Isolirschicht einen sparsamen Verbrauch 
an Heizmaterial. 1st der Apparat einmal auf die gewünschte 
Temperatur gebracht, so können die geringen Strömungen in der 
Flüssigkeit, welche von der am Boden des Wasserbades befind¬ 
lichen Luftheizung herrühren, nicht in Betracht kommen, da sie 
sicli sofort ausgleichen. 
Die Heizvorrichtung besteht aus einem den Wasserraum an seinem unteren Boden durchziehenden 
langen U-förmig gekrümmten Rohre C C, an dessen beide offene Enden mittels zweier Rohransätze der Blech¬ 
kasten M seitlich am Apparate angesteckt und festgeschraubt ist. Senkrecht in diesem Kasten, der mit einer 
starken Isolirschicht gefüllt ist, befindet sich der blecherne Schornstein S S, unter dem die Petroleumlampe, 
als Heizflamme benutzt, mit ihren oberen Cylinderrande aufgestellt wird. Bei Anwendung von Bunsen-Gas 
oder Bunsen-Spiritusbrennern oder Benzinbrennern ragt die Flamme direkt in den Schornstein hinein. 
Die selbstthätige Regulirvorrichtung der Temperatur im Ofen „Simplex“ hat folgende Einrichtung: In 
einem Trommelgehäuse K ruht eine Doppelkapsel, die so construirt ist, dass ihre Volumveränderung bei ver¬ 
schiedenen Temperaturen immer nur in einer Hebung oder Senkung ihrer oberen convexen Fläche stattfinden 
kann, weil diese aus einer nur sehr dünnen elastischen Metallmembran besteht, die gleichzeitig mit einer 
Temperaturveräuderung auch ihre Form verändert. Die Bewegung der Metallkapsel wird auf den Hebel li, 
der auf der oberen Apparatfläche angebracht ist, übertragen, durch dessen Masse ganz dicht hinter seinem 
Drehpunkte die Justirschraube j geführt ist, die auf einen Uebertragungsstift drückt, der mit seinem unteren 
Ende in einer conischen Vertiefung ruht, die sich im Mittelpunkte der oberen Büchsenfläche befindet. Durch 
entsprechende Drehung der Justirschraube wird die Entfernung zwischen Büchse und Hebel regulirt. Am 
anderen Ende des Hebels h hängt eine Kette senkrecht herab, an deren unterem Ende der Deckel <1 nahe 
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