Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber eine neue einfache Methode zur Bestimmung der psychischen Leistungsfähigkeit Geisteskranker
Person:
Obersteiner, Heinrich
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit25186/27/
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Differenzen selbst, abgesehen vom Ansteigen zum Maximum und dem 
Wiederabfalle, im Ganzen ziemlich bedeutend. 
Also auch bei den primären Depressionszuständen ist die Mög¬ 
lichkeit des schnellen Functionirens dem Gehirn nicht abhanden ge¬ 
kommen, aber der krankhafte Vorstellungskreis, in dem das Indi¬ 
viduum lebt, macht sich durch Abschwächen der Aufmerksamkeit, 
der zur Hemmung nöthigen Willenskraft, bemerkbar. — 
d. In welcher Weise äussert sich der Verfall der 
Intelligenz in den psychischen Snhwächezuständen hin¬ 
sichtlich der zum Ablauf eines psychischen Actes nöthi¬ 
gen Zeit? 
Wie vorauszusehen ist, wird durch die Desorganisation der 
nervösen Elemente im Gehirne deren Funclionsliichtigkeit nach 
jeder Seite hin herabgemindert. Indem die Ganglienzellen ver¬ 
fetten, sich mit Pigment anfüllen oder atrophiren, functioniren 
sie schwerer und langsamer; nur gewisse Vorstellungsgruppen 
bleiben frischer, gewisse Partien der Hirnrinde functioniren viel 
lebhafter, als die übrigen morphologisch zu Grunde gehenden, und 
diese letzteren sind daher auch nicht im Stande, dem ungehinder¬ 
ten Ablauf der Vorstellungen in jenen genügenden Widerstand zu 
leisten. 
Ich füge hier des Vergleiches wegen zwei Versuchsreihen ein; 
beide Kranke sind mit partieller Verrücktheit behaftet, die bei dem 
ersteren geringgradig seit 3 Jahren, bei dem zweiten in ziemlich 
hohem Grade seit 9 Jahren anhält. 
Tab. 
XI. 
P. T., 50 Jahre alt, 
0,215 
geringgradige Verrücktheit. 
0,1 55 
— 60 
0,226 
+ H 
0,250 
+ 24 
0,207 
— 43 
0,145 
— 62 Minimum. 
0,297 
—(—152 Maximum. 
0,244 
— 53 
0,220 
— 24 
0,157 
— 63 
0,293 
+ 136 
0,197 
— 96
        

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