Volltext: Die Königliche Landwirtschaftliche Hochschule in Berlin. Festschrift zur Feier des 25jährigen Bestehens

170 
VI, Die landwirtschaftliche Abteilung. 
Durch diese Versuche wird je nach der Art ihrer Anstellung ein 
dreifacher Zweck verfolgt. Einmal sollen sie zum weiteren Ausbau der 
Düngerlehre sowie zur Kenntnis des Anbaues der verschiedenen Kultur¬ 
gewächse beitragen, sodann aber auch schon feststehende Forschungs¬ 
ergebnisse weiteren Kreisen durch das Experiment auf eigenem Grund 
und Boden bekannt machen und schließlich die Landwirte zur selbst¬ 
ständigen Versuchsanstellung veranlassen. 
Das Versuchsfeld der agrikulturchemischen Versuchsstation. 
(siehe Plan auf S. 169) ist 46 400 qm groß und liegt 57 m über dem Meeres¬ 
spiegel. Der Boden gehört geologisch zur Form des oberen Diluvial¬ 
mergels und ist bis zu einer Tiefe von 50 cm als lehmiger Sand und dar¬ 
unter als sandiger Lehm zu bezeichnen. 
Zum Unterbringen der Ernte, des Saatgutes und der Ackergeräte 
dient eine 29 m lange und 8 m breite Scheune, an welche die Wohnung 
des Versuchsfeldaufsehers angebaut ist. 
Die Feldarbeiten werden durch einen Stamm von eingearbeiteten 
Leuten, die im Bedürfnisfalle durch von der Domäne Dahlem gestellte 
Arbeitskräfte unterstützt werden, ausgeführt. Die Spannarbeiten werden 
von der Domäne Dahlem geleistet. Zur leichteren Ausführung der auf 
dem Versuchsfelde notwendigen Fuhren dient eine Feldbahn. 
Einteilung des Versuchsfeldes. 
a) Sortenanbauversuche. 
Das Versuchsfeld ist in fünf Felder (A, B, C, D, E) eingeteilt. Auf 
den Feldern A, C, D und E werden hauptsächlich Sortenanbauversuche 
ausgeführt. Bei diesen erhalten alle angebauten Feldfrüchte, um den 
Acker möglichst gleichartig zu erhalten, dieselbe jährliche Grunddüngung 
von 1000 kgKainitund500 kg Thomasphosphat pro ha. Eine Stallmistdüngung 
von 400 dz pro ha wird alle vier Jahre und zwar gewöhnlich zu Hack¬ 
früchten gegeben. Kalk ist dem ganzen Felde, teilweise als Kalk¬ 
mergel, teilweise als Atzkalk, in genügender Menge zugeführt worden. 
Die Stickstoffgabe regelt sich in Form und Menge nach den Be¬ 
dürfnissen der einzelnen Gewächse. Zum Anbau gelangen erstens solche 
Sorten, deren Anbauwert für die gegebenen Verhältnisse festgestellt 
werden soll (hauptsächlich als Vorpfrüfungen für in größerem Maßstabe 
durchzuführende Feldversuche), und dann solche, die zu Demonstrationen 
für die Studierenden der Hochschule als besonders geeignet erscheinen. 
b) Düngungsversuche. 
Auf Stücken, die aus den Feldern A, C, D und E nach Bedarf 
ausgeschnitten werden, gelangen Düngungsversuche zur Durchführung, 
deren Anstellung zur Bestimmung des Düngerbedürfnisses einzelner 
Kulturpflanzen oder zu Demonstrationszwecken wünschenswert erscheint.
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.