Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der physiologischen Methodik, Dritter Band, Zweite Hälfte: Zentrales Nervensytem, Psychophysik, Phonetik
Person:
Tigerstedt, Robert
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit24817/967/
Messungen und Berechnungen. 
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Ein im Prinzip ähnliches, in der Ausführung abweichendes Verfahren 
hat Roudet (200) entwickelt. Er nimmt als Ausdruck der Intensität die Ge¬ 
schwindigkeit (Bewegungsgröße) und als Ausdruck der mittleren Geschwindig¬ 
keit den Quotienten der Schwingungsbahn (vierfache Amplitude) durch die 
Periodendauer. Bei einfacher Form der Schwingung (Fig. 107) fällt er 
von den Maximis und Minimis der Kurve Senkrechte auf eine der Abszissen¬ 
linie parallele Achse OV (bei spiralischer Bewegung des Registrierzylinders) 
und mißt als Schwingungsbahnen für die Wellen a2 usw. sukzessiv AB 
-j-BC, bzw. ID -4- DE usw.1); als Abszissenlänge wird die Projektion der 
Abschnitte von OX' auf die (senkrecht gegen die Zylinderachse gerichtete) 
Achse O X benutzt (ein eigentlich unnötiger Umweg) und die entsprechende Zeit 
—ix—V><- 
Fig. 107. 
Schema zur Bestimmung der SchwinguDgsbahn nach Roude 
Aus Roudet (200). 
T1? T2 usw. berechnet. Als mittlere Geschwindigkeit während der Schwingung 
gilt der Quotient (bzw. für den ganzen Laut Xap dividiert durch die Dauer). 
-Lp 
— Bei komplizierten Schwingungsformen (Fig. 106) werden die jedem 
Maximum und Minimum entsprechenden Ordinaten y0, ylf____yn gemessen; 
um die Schwingungsbahn zu erhalten, zieht man von der doppelten Summe 
der Ordinaten ungerader Ordnungszahl die doppelte Summe der geraden 
Ordinaten ab (y0 und yn dabei nur einmal genommen). Die Abszissenlänge 
gibt wiederum die Periode. 
Gegen diese Art der Berechnung machen Rousselot(7) S. 1086 und 
Gutzmann (75) geltend, daß sie für die Intensitäten zu hohe Werte ergibt. 
Das ist richtig, sofern man die absoluten Werte betrachtet, da man nicht 
die Schwingungsbahn, sondern die Amplitude zu berücksichtigen hätte; für 
die Bestimmung der relativen Intensitäten aber (worauf es allein ankommt) ist 
dieser Umstand irrelevant, da es sich nur um den konstanten Faktor 4 (bzw. 42) 
handelt. Theoretisch hat also das Verfahren m. E. dieselbe Berechtigung 
1) Eigentlich ist diese Länge der Sinus der von der Schreibspitze beschriebenen 
Schwingungsbahn (s. S. 156); der Fehler ist aber verschwindend klein gegen den 
Messungsfehler.
        

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