Volltext: Handbuch der physiologischen Methodik, Dritter Band, Zweite Hälfte: Zentrales Nervensytem, Psychophysik, Phonetik (3)

Die akustischen Eigenschaften des Luftstromes. 
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deren Tiefe die Hälfte der voraussichtlichen Amplituden betragen muß. 
Allzutief soll man aber nicht eingraben, um den Widerstand nicht unnötig 
zu vermehren. — Mancher Kunstgriff der Aufnahmetechnik läßt sich übrigens 
besser zeigen als erklären. Deshalb ist es am zweckmäßigsten, wenn der 
angehende Forscher sich von einem Spezialisten unterweisen läßt. 
Der zu überwindende Widerstand rührt von der tangentiellen Reibung 
und von der Zähigkeit der Wachsmasse her. Ersterer Faktor bleibt für 
eine gegebene Geschwindigkeit konstant; die zum Eingraben verbrauchte 
Kraft wechselt aber mit der Schwingungsgeschwindigkeit, die während der 
Periode bekanntlich oszilliert, und mit der Tiefe der Furche. Daher ist der 
Widerstand speziell für den positiven Ausschlag der Membran größer als 
für den negativen, was eine gewisse, von Hermann (171a) gleich bemerkte 
Asymmetrie zur Folge hat. Andererseits bewirkt der beträchtliche Wider¬ 
stand eine starke Dämpfung der Eigenschwingungen der Membran. 
B. Das Grammophon. — Ein gemeinsamer Zug bei allen Phono¬ 
graphen ist, daß die Schreibspitze sich senkrecht gegen die Aufnahmefläche 
bewegt; es ist die sog. Edisonschrift. Daneben existieren andere Apparate, 
die sich der sog. Berlinerschrift bedienen und gewöhnlich unter dem 
gemeinsamen Namen von Grammophonen bekannt sind. In der Berliner¬ 
schrift zeichnet der Hebel in der Ebene der Aufnahmefläche, wie der Hebel 
des Phonautographen; Berliner hat übrigens den Scott sch en Gedanken 
aufgenommen. 
Die Recorderdose des Grammophons ist in ihren Hauptzügen dem 
Phonographenrecorder ähnlich (Leitung mit Erweiterung, Glasmembran); nur 
hat der Hebel eine andere Aufstellung. Er ist am Zentrum der Membran 
angeheftet; die Drehungsachse liegt in der Mitte des Hebels und ist am 
Rahmen der Dose befestigt (Fig. 74a). 
Die Aufnahmefläche ist eine Platte (meistens aus Zink), die mit einer 
dünnen Schicht Wachsfett (einer Lösung von Wachs in Benzin) überzogen 
wird. Die Schreibspitze bewegt sich unter Spindelführung radiär von der 
Peripherie nach der Mitte (oder umgekehrt); wenn die Membran angesprochen 
wird, zeichnet erstere, statt der einfachen Linie, eine Kurve mit seitlichen 
Ausschlägen (wie sie vom Phonautographen her bekannt sind). Die dünne 
Fettschicht wird überall den Kurvenzug entlang fortgerissen. Nachher wird 
durch Ätzung die Rinne eingegraben, von diesem Negativ ein Metallpositiv 
gemacht, und von diesem Positiv werden die bekannten Platten aus hartem 
Stoff unter der hydraulischen Presse hergestellt. Das Verfahren, bis zur 
Herstellung des Positivs, kann etwas abweichend angeordnet sein. 
Die Reproducerdose (Fig. 74b) hat einen kräftigen Hebel, dessen unterer 
Teil eine abnehmbare Stahlnadel bildet. Bei der Wiedergabe fährt die 
Nadel in die Spuren und versetzt die Membran in Schwingungen. 
Ein wesentlicher, von Fick (159b) bereits hervorgehobener Vorteil 
beider Apparate, besonders des Phonographen, liegt in den kleinen Dimen¬ 
sionen des Schreibhebels, speziell des Schreibarmes. Der kurze Hebel kann 
den raschen Bewegungen der Membran folgen, was bei den langen Hebeln
	        
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