Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der physiologischen Methodik, Dritter Band, Zweite Hälfte: Zentrales Nervensytem, Psychophysik, Phonetik
Person:
Tigerstedt, Robert
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit24817/544/
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W. Wirth, Psychophysik. 
des elektrischen Stromes durch starke Federn in ihre Ruhelage zurück¬ 
gezogen werden. Der eine Hebel bedeckt das Diaphragma nur in der Ruhe¬ 
lage, der andere nur in seiner Lage am Magneten. Schnellt also zuerst dieser, 
dann jener der beiden sonst völlig gleich gearbeiteten Hebel vom Magneten 
zurück, so kann das Licht eine kurze Zeitlang nach dem Perimeter hin- 
durchtreten, die dem Zeitintervall zwischen der Unterbrechung zweier Kon¬ 
takte gleich ist, deren jeder einen der beiden Stromkreise für die beiden 
Elektromagnete des Tachistoskopes schließt. Die Kontakte befinden sich 
an einem Kontaktpendel (s. Fig. 21), wobei der eine für die Öffnung kon¬ 
stant bleibt, während der Schlie¬ 
ßungskontakt gegen ihn verschoben 
wird1 2). Die Pendelstange ist zu¬ 
nächst selbst elektromagnetisch auf¬ 
gehängt und schwingt erst ab, wenn 
der Kontakt am Taster R, (Fig. 15) 
von der Y.-P. unterbrochen wird. 
(Nach der Erreichung der bestmög¬ 
lichen apperzeptiven Einstellung 
verläuft also bis zum Auftreten der 
zu beurteilenden Helligkeitsverän- 
derung noch eine kurze Zeit, die 
durch die Einstellung des natürlich 
sehr schnell schwingenden Kontakt¬ 
pendels reguliert werden kann.) 
Sobald man überhaupt einmal 
wesentlich kürzere Reizzeiten ver¬ 
wendet, ist ja die Wirkung ohnedies 
infolge des Erregungsablaufes von 
der Reizzeit ebenso abhängig wie 
von der Reizintensität, wobei a priori nicht einmal zu sagen ist, welchem 
von beiden Faktoren die Erregungsintensität besser proportional ist. 
(Vgl. a. a. O. S. 50ff.) Yor allem kommen hier aber, wie schon S. 321 
angedeutet wurde, im wesentlichen nur die Verhältnisse der Schwellen 
in Betracht, deren absolute Werte außerdem auch noch von der Lage 
des Reizfeldes und, bei einer hier allerdings möglichst vermiedenen 
Änderung der konstanten Beleuchtung, auch noch von dieser nach dem 
Web ersehen Gesetz bzw. wenigstens einer ihm ähnlichen Regel abhängig 
sind. Auch für uns war eine Reduktion der Schwellenmaße nach einer 
solchen Regel nicht ganz zu vermeiden, da selbst die Schwellen des nämlichen 
1) Ein Falltachistoskop, wie es unten Fig. 31 abgebildet ist, kann wegen seiner 
großen Ausdehnung hier nicht Verwendung finden. Indessen würde die Art der Ab¬ 
stufung der Zwischenzeit zwischen der Öffnung und Bedeckung von dieser Einschränkung 
freier, wenn man den Projektionsstrahlenkegel durch Einfügung einer spiegelnden 
Fläche bei dem zweiten Brennpunkt Fi nach der Seite umbiegen ließe. Bildet ein 
vertikaler Spiegel z. B. mit der ursprünglichen Achse F 0 (Fig. 15) einen Winkel von 
45°, so bleibt hinter ihm Platz genug, um ein umfangreiches Tachistoskop anzubringen. 
2) Das exakteste Pendel dieser Art ist das in Bd. II, 3, S. 359 von S. Garten be¬ 
schriebene Helmholtz sehe Kontaktpendel. Bei meinen Versuchen kam der einfachere 
Apparat Fig. 21 zur Verwendung. 
Fig. 21. 
Kontaktpendel.
        

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