Volltext: Handbuch der physiologischen Methodik, Dritter Band, Zweite Hälfte: Zentrales Nervensytem, Psychophysik, Phonetik (3)

Der Einfluß der Vorbereitung- auf eine einzelne Elementarleistung. 
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Reizfelder von ca. 7° Durchmesser — der Einfluß des Gesichtswinkels auf 
die Schwelle immer geringer, auch werden die von Henius1) und Fuijta2) 
neulich abgeleiteten Einflüsse nach meinen Erfahrungen bei kurzdauernden 
Reizen kaum größer ausfallen. Zudem kommt die Form der Fläche exzen¬ 
trisch immer weniger in Frage, auch sind ja absolute Differenzen der 
Normalschwellen verschiedener Stellen überhaupt niemals auszuschalten, so 
daß es im wesentlichen nur auf die Verhältnisse der modifizierten Schwellen 
zu den Normalschwellen ankommt. Indessen wird man doch alle abstuf- 
baren inhaltlichen Momente wenigstens möglichst gleich machen. Nachdem 
also die Herstellung genau gleicher Reizfelder nach dem Gesagten keines¬ 
wegs allzu schwierig ist, sollte man in zukünftigen Versuchen dieser Art auch 
in dieser Hinsicht eine noch größere Eleganz der Anordnung anstreben und 
dann eher noch kleinere, die Aufmerksamkeitseinflüsse vielleicht noch besser 
verratende Dimensionen der Reizfelder wählen. 
Diese Projektionsanordnung eignet sich aber nun weiterhin auch be¬ 
sonders dazu, die Intensität der physiologischen Wirkung des Zusatzes 
i zur konstanten Beleuchtung J mit dessen zeitlicher Begrenzung gleichmäßig 
abzustufen. Ähnlich wie nämlich nach dem Talbotschen Gesetze eine 
rasch genug wiederholte Periode aus Hell und Dunkel eine konstante 
Empfindung ergibt, deren Intensität der Reizzeit genau proportional ist, so 
erscheint auch eine einmalige kurzdauernde Aufhellung von weniger Sigmen 
in einer zur Reizzeit proportionalen Helligkeit, wobei die Unterschiede der 
Reizdauer in der Empfindung zurücktreten. Fügt man also in den Strahlen¬ 
kegel der Projektionslampe eine Abblendungsvorrichtung ein, welche die 
Zeit des Hindurchtrittes der Zusatzstrahlen nach sämtlichen Punkten des 
Perimeters gleichmäßig nach kleinsten Zeitabschnitten unterhalb ca. 0,03 Sek. 
genau abzustufen erlaubt, so ist hiermit nicht nur die erforderliche kurze 
Dauer dieser Reize überhaupt erreicht, sondern zugleich der Stufensatz für die 
Vollreihe zur Ableitung der Veränderungsschwelle gewonnen. Diese gleich¬ 
mäßige Abgrenzung der Reizzeit erfolgt natürlich am besten in einem 
Brennpunkt der Projektionslampe, wobei hier diese Vorrichtung, die 
im allgemeinen als „Tachistoskop“ bezeichnet wird (vgl. unten § 53a), 
allerdings nur den mittleren Teil des Strahlenkegels zwischen ßß 
abschneiden darf, da ja der äußere Rand durch den Reflektor die konstante 
Beleuchtung des Perimeters besorgt. Man sammelt also zunächst nur diesen 
inneren Teil durch eine nahe hinter dem ersten Brennpunkt F des Kollektors 
koaxial gelegene Linse L (s. Fig. 15), die den äußeren Teil aö bei Montierung 
auf einem dünnen Stab (oder auf einer Glasplatte) so gut wie gar nicht 
stört, zu einem neuen Brennpunkt Ft, von dem aus dann die ganze vorhin 
erwähnte Schattenprojektion für die Zusatzlichter zu rechnen ist. Dieser wird 
aber nun durch das Brennpunktstachistoskop abgeblendet, das in einer 
kreisrunden, bis auf ein mittleres Diaphragma massiven Metallscheibe be¬ 
steht, die in dem Raum innerhalb des Strahlenmantels ââ Platz findet und 
ebenfalls auf einem dünnem Stab montiert ist. Vor das Diaphragma können 
sich auf je einer Seite die Platten zweier leichter, sehr rasch drehbarer Hebel 
legen, die zunächst elektromagnetisch festgehalten und nach Unterbrechung 
1) Zeitschrift f. Psychol, u. Physiol, d. S. IT. Abt. Bd. 43, 1909, S. 99. 
2) Ebenda, S. 243.
	        
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