Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der physiologischen Methodik, Dritter Band, Zweite Hälfte: Zentrales Nervensytem, Psychophysik, Phonetik
Person:
Tigerstedt, Robert
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit24817/517/
Die Vergleichung von Unterschieden. 
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variiert und die Unwissentlichkeit durch Zusatzversuche aufrecht erhalten 
wird, bzw. durch Mittelbildung aus jenen vier Vollreihen, bei denen keine 
Reihe eine vollständige Umkehrung im Sinne des Korrespondenzsatzes dar¬ 
stellen würde. Doch erwähne ich auch hier diesen Satz, um zu zeigen, daß 
bei einer richtigen Anordnung der Versuche die Vergleichung 
von (übermerklichen) Unterschieden bezüglich der „Umkehrbar¬ 
keit“ bzw. der vergleichbaren Variation der Reizlage des ver¬ 
änderlichen Elementes hinter der Vergleichung einzelner Ein¬ 
drücke in keiner Weise zurücksteht: Es sei z. B. bei Vergleichung von 
a, b und c, d und Variation des b die Größe B der richtige Äquivalenzwert, 
als welcher nach S. 244ff. oder der Schnittpunkt b (x) der Kurven 
Ug(x) undFk(x) oder ein Hauptwert der Kurve Fu(x) in Frage kommen könnte. 
Dann muß nach dem Korrespondenzsatze eine mit a, B als „Normalkontrast“ 
abgeleitete Vollreihe, in der z. B. das d des „Vergleichskontrastes“ c, d vari¬ 
iert wurde, aus den Urteilskurven zu den Abszissen dt, d2 . . . . dn nach der 
gleichen Berechnungsweise den Äquivalenzwert D = d wieder auffinden lassen. 
Denkt man sich dagegen zunächst bei gegebenem a, b, c ein D' durch 
Variation des d gefunden, so kann dies wieder als Ausgangspunkt einer 
neuen Reihe von „Umkehrungen“ dieser Art dienen, je nachdem man in 
einer anderen Vollreihe mit diesem nunmehr konstanten D' entweder a 
oder b oder c variiert und die bei Ableitung des D* benützte, mit der 
neuen Variablen gleichnamige Konstante a usw. durch Berechnung wieder 
zu erlangen sucht. Kurz es ergeben sich aus der Vierzahl der bei diesen 
Aufgaben beteiligten Elemente 4x3 = 12 Möglichkeiten der „Umkeh¬ 
rung“, an denen man an der Hand unseres Korrespondenzsatzes [296] kon¬ 
trollieren kann, wie weit irgend ein Prinzip der Ableitung des Äquivalenz¬ 
wertes aus den Urteilskurven bei solchen Versuchen berechtigt ist. 
Schon bei der Vergleichung einzelner Größen wurde aber (S. 238) diese 
vollständige „Umkehrung“ des N und V mit ihrer Konstanz der idealen 
Äquivalente von gewissen Verallgemeinerungen und insbesondere von der 
Annahme einer Konstanz der Fehlerkomponenten bei dem sog. teilweisen 
Wechsel der Raum- und Zeitlage scharf unterschieden, da nur bei ihr die 
entscheidenden Momente konstant bleiben, während diese letzteren Annahmen 
sich immer bereits auf wesentlich neue Versuchsbedingungen beziehen. Diese 
Veränderung der Gesamtlage wird natürlich noch viel einschneidender, wenn 
man nun auch bei solchen übermerklichen Unterschieden die Raum- und Zeit¬ 
lage der einzelnen Elemente innerhalb der Kontraste und die der Kontraste im 
ganzen umkehrt. Denn wenn man z. B. in Fig. 14 a mit b und c mit d oder 
a, b bzw. b, a mit c, d bzw. d, c vertauscht, so werden schon die Elemente 
im einzelnen in der neuen Lage anders wirken und außerdem auch in den 
neuen Kombinationen andere Wechselwirkungen erfahren, so daß es sich 
eben um ganz neue Kontraste handelt. Auch hier wird vor allem ein solcher 
Wechsel der Zeitlagen bei sukzessiver Darbietung von Intensitätsstufen, 
z. B. beim Vergleich der Intensitätskontraste von Fallgeräuschen des Fall¬ 
phonometers x), die Versuchsbedingungen wesentlich verändern. Allgemeinere 
1) Vgl. S. 301, A. 1.
        

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