Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Handbuch der physiologischen Methodik, Dritter Band, Zweite Hälfte: Zentrales Nervensytem, Psychophysik, Phonetik
Person:
Tigerstedt, Robert
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit24817/454/
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W. Wirth, Psychophysik. 
genannten Verallgemeinerung für die Umkehrung der Zeitlage wohl an, 
z. ß. bezüglich 'der Ermüdungseinflüsse. Für unseren Satz kommt aber eben 
auch bezüglich des Wechsels der Zeitlage vorläufig nur die äquivalente 
Stufe selbst in Betracht, die wir auch in der zweiten Lage als neuen 
Normalreiz gewählt denken. Diese aber muß erhalten bleiben, wenn sich 
die ganze Mannigfaltigkeit der Reizpaare beim zweiten Male auch ungefähr 
in der nämlichen Reihenfolge abwickelt, so daß nicht nur die von Müller 
und Lehmann hier vor allem berücksichtigten Nachwirkungen innerhalb 
der einzelnen Paare, sondern sogar diejenigen innerhalb der ganzen Unter¬ 
suchung überhaupt unverändert bleiben. Dadurch, daß man seit Feebner 
bei der Umkehrung den Normalreiz objektiv konstant läßt, wird natür¬ 
lich eine noch größere Spannweite der von uns hier zunächst ausgeschalteten 
Erweiterung erforderlich. Bei großen Fehlern f, bei denen der Normalreiz 
aus dem Unsicherheitsbereich überhaupt vollständig herausfällt, wird aber 
freilich auch Müller genötigt, zu einer anderen, dem Äquivalenzwerte 
näher liegenden Stufe bezw. zu diesem selbst als neuem Normalreiz zu 
greifen, falls die Umkehrung überhaupt noch die Unsicherheitsregion in sich 
enthalten soll. Auch hierbei kommt es Müller aber eben nicht etwa auf 
die begriffliche Sonderstellung des Äquivalenzwertes als solchen an, da ja 
ein ihm nur näher als N liegender Wert die nämlichen Dienste täte, sondern 
.er operiert hier sinngemäß wiederum mit der ganzen Erweiterung auf alle 
ihm benachbarten Stufen. 
Hat nun unser erster allgemeinster Satz, wonach man bei einer exakten 
Umkehrung der „Lage“ des V das Äquivalent des früheren N der nämlichen 
Reizstufe wieder äquivalent finden müsse, mit einer Variation der Fehler¬ 
quellen und der Herstellung neuer Total fehler gar nichts zu tun, so hat 
dagegen Fechner diesen Effekt der vollständigen Umkehrung der Lage 
des V sogleich mit demjenigen der einseitigen Umkehrung der Raumlage 
oder der Zeitlage in eine viel zu einfache Gesetzmäßigkeit zusammenfassen 
wollen, indem er eine Raumfehler- und eine Zeitfehlerkomponente +q und 
+ p, deren Vorzeichen der einseitig variierbaren Lage entsprechen, rein 
additiv kombinierbar dachte. Hieraus ergaben sich also vier Kombinations¬ 
möglichkeiten + q + P, + q—P, — q + P und — q — p. 
Wie aber bereits G. E. Müller a. a. O. deutlich gezeigt hat, bilden 
zunächst je zwei von diesen vier Fällen einfach eine vollständige 
Umkehrung in dem soeben von uns gesondert behandelten Sinne. 
Hier ist deshalb in der Tat der Totalfehler, der hierbei als ein aus p und q 
zusammengesetzter „Gesamtfehler“ erscheint, in beiden Lagen entgegengesetzt 
gleich. Setzt man also z. B. bei jenen Vergleichungen einer direkt und 
einer indirekt gesehenen Strecke zunächst für 
V direkt, zuerst: f=-j-q-fp, 
so ist nach [295 a] für 
V indirekt, darnach: —f=—(q-j-p;. 
Eine analoge Umkehrung gilt aber dann auch für V indirekt, zuerst und 
V direkt, darnach. Indessen involviert die hierbei konstante Darbietung
        

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