Volltext: Handbuch der physiologischen Methodik, Dritter Band, Zweite Hälfte: Zentrales Nervensytem, Psychophysik, Phonetik (3)

Hauptwerte und Streuungsmaße im allgemeinen. 
149 
schreiben, bei dem M2 wirklich zu Null würde. Dennoch zeigt der Verlauf 
von pi auch schon z. B. zwischen zi = 0,l und 0,9 ein hinreichend großes 
Gefälle. Hierbei sinkt das Gewicht mit wachsendem Zi zunächst fortgesetzt, 
erreicht bei zi = 0,5 ein Minimum und steigt von da genau symmetrisch 
wieder an, so daß man immer nur die eine Hälfte des Verlaufs zwischen zi = 0 
oder 1 einerseits und 0,5 andererseits zu betrachten braucht. So ist also für 
zi = 0,1 0,2 0,3 0,4 0,5 0,6 0,7 0,8 0,9 
Pi nach [192] = 11,1 6,25 4,76 4,16 4 4,16 4,76 6,25 11,1. 
Eine genauere Tabellierung können wir uns indessen ersparen, da wir 
unten (§ 31a) Urbans eigene Tabelle für die hauptsächlichste Anwendung 
dieser Gewichtsmodifikation bringen, in der die p-Werte allerdings sogleich 
mit anderen, ganz speziellen Faktoren multipliziert sind. Jedenfalls zeigt 
aber auch schon diese kleine Tabelle, daß man den Beobachtungen in der 
Nähe der Extreme nur mit Unrecht manchmal eine geringere Bedeutung 
beimessen zu müssen glaubte. Übrigens bleibt die obige Reihe, nachdem 
sie zunächst sehr rasch abfiel, gegen die Mitte hin zwischen 0,4 und 0,6 
fast konstant, so daß wenigstens in Versuchen, deren z sich enger 
um 0,5 gruppiert, von dieser Korrektur völlig abgesehen werden 
kann. 
2. Das reiche empirische Material, das Urban selbst, wie gesagt, zum 
ersten Male zur Kontrolle der Voraussetzungen dieser ganzen Gewichts¬ 
korrektur beigebracht hat und an das man sich zunächst zu halten hat, wenn 
man von speziellen Verteilungsgesetzen absehen will, zeigt indessen bereits 
deutlich, daß die tatsächlichen Verhältnisse bei längeren Versuchs¬ 
reihen über Urteilshäufigkeiten viel komplizierter liegen, und daß 
man, wie Urban selbst hervorhebt, kaum jemals mit einer solchen Konstanz 
des Ursachenkomplexes der Schwankungen rechnen darf, wie sie die einfache 
Anwendung des Bernoullischen Theorems gestatten würde. Wir wählen 
als Beispiel Urbans Vp. II, für welche dieses Theorem unter allen sieben 
Beobachtern noch relativ am besten erfüllt war, und hier wiederum die 
Funktion Fk(a) der „Kleinerurteile“, die hier etwas typischer verläuft 
als die g- bzw. u-Kurve. Es wurden 7 Reizstufen ai (84 bis 108) dargeboten, 
und zwar jede Stufe in 9 Gruppen zu je 50 Einzelversuchen. Die folgende 
Tabelle enthält unter den mittleren reh H. zi (21) jeder Stufe ai zunächst 
den nach Bernoulli berechneten mittleren Fehler 
(1 — Zi) 
50 
der einzelnen rel. H., sodann darunter den „beobachteten“ mittleren 
Fehler, und zwar den „wahrscheinlichsten“ nach [190], der mit (n — 1) statt 
mit n gebildet ist, also 
Mi=|/^(Z1-z,vy. 
Darunter ist der sog. „Divergenz-Koeffizient“ Q für Vp. II und sodann 
das für alle sieben Beobachter bestimmte Mittel dieses Koeffizienten
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.