Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Neues System der Pflanzen-Physiologie: Erster Band
Person:
Meyen, Franz Julius Ferdinand
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit24515/300/
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der Hautdrüsen bei dem Oleander für unrichtig, beobach- 
tete jedoch, dafs die Hautdrüsen in der Tiefe jener, mit - 
Härchen gefüllten Höhlungen befindlich wären. Ich weifs : 
nicht, wie man dazu gekommen ist, Rudolphi’s Beobach¬ 
tung in diesem Punkte zu bestreiten, denn mir gelingt es, 
fast auf jedem Schnitte die Hautdrüsen auf der Epidermis 
der Oleander-Blätter zu beobachten; allerdings treten sie 
nur in sehr geringer Anzahl auf, doch an den Wänden 
jener mit Haaren gefüllten Höhlen kommen die Hautdrü¬ 
sen in um so gröfserer Anzahl vor. 
Diese eigenthiimlichen Grübchen auf der unteren Blatt- 
fläche von Nerium-Pflanzen, welche mit wollartigen Haa¬ 
ren ausgefüllt sind, kommen auch noch bei anderenPflan- 
zen vor, als z. B. bei mehreren Gattungen der Proteaceen. 
Bemerkenswerth ist es, dafs alle diese Pflanzen entweder ^ 
gar keine Hautdrüsen oder nur äufserst wenige derselben 
haben. Dryandra plumosa hat Löcher und kleine in sehr 
geringer Anzahl auftretende Hautdrüsen. Dryandra pte- 
rioides hat nur Löcher, die stark mit Wolle gefüllt sind 
und keine Hautdrüsen, so wie auch der Dryandra falcata 
und curuata die Hautdrüsen fehlen, wenn sie nicht, wie 
es wahrcheinlich ist, an den Wänden jener Gruben liegen. 
Die letzteren Pflanzen haben dagegen auf einzelnen Zellen j 
der Epidermis ganz kurze stumpfendende Härchen, welche 
nicht selten bräunlich gefärbt sind; auf der horizontalen 
Ansicht der Epidermis erscheinen sie als kleine doppelte 
Kreise. Diese kleinen braunen und ganz eigenthümlich ab¬ 
gestutzten Wärzchen, kommen auch noch bei anderen 
Dryandra-Arten vor. 
Die Banksia Baueri hat dieselben grofsen Höhlen auf 
der unteren Blattfläche, ganz wie bei Dryandra floribunda, 
doch sind die Härchen daselbst so lang, dafs sie aus den 
Mündungen der Grübchen hervortreten und fast die ganze 
Fläcfie des Blattes bedecken. Fast alle Dryandra-Arten 
haben diesen merkwürdigen Bau, ebenso auch viele Bank- 
sien, aber den Hackeen fehlen diese Gruben, dagegen tre¬ 
ten bei diesen die Hautdrüsen in um so gröfserer Anzahl U