Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der Gang des Menschen, I. Teil: Versuche an unbelasteten und belasteten Menschen
Person:
Braune, Wilhelm Fischer
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit22713/142/
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W. Bradne und 0. Fischer , [H8 
sich den Vorgang entweder so vorstellen, dass man die Axen zum 
Becken fest annimmt, dann verändern beide bei der Drehung ihre 
Richtung, oder dass man für die Axen bei allen Stellungen des Beckens 
die verticale Richtung einerseits und die horizontale Gangrichtung 
andererseits beibehält, dann verändern dieselben bei der Drehung ihre 
relative Lage im Becken. Da die Amplitude beider Schwingungen 
klein ist, so unterscheiden sich die beiden Arten der Hervorbringung 
des resultirenden Schwingungsvorganges nur wenig. Da es viel leichter 
ist, Schwingungen zusammenzusetzen, deren Richtungen im Raume fest 
liegen, so wollen wir hier von der letzteren Vorstellung Gebrauch 
machen. ^ 
Es handelt sich dann in dem vorliegenden Falle darum, zwei 
Schwingungen um zwei zu einander senkrechte Axen zusammenzu¬ 
setzen, von denen die eine Schwingung, um die verticale Axe, eine drei¬ 
mal so grosse Schwingungsdauer und fünfmal so grosse Schwingungs¬ 
amplitude besitzt als die andere, um eine horizontale Axe. Nimmt 
man den Dürchkreuzungspunkt der beiden Axen (Mittelpunkt der Hüft¬ 
linie) als fest an, so erhält man einen vollständigen Einblick in die 
resullirende Schwingung der Hüftlinie, wenn man sich die Bahn eines 
beliebigen Punktes derselben verschafft. Im Interesse der Anschau¬ 
lichkeit liegt es, diesen Punkt möglichst von dem Schwingungscentrum 
entfernt anzunehmen, damit die zurückgelegten Wege nicht zu klein 
ausfallen. Ein jeder Hüftgelenkmittelpunkt führt in horizontaler Rich¬ 
tung Excursionen von ungefähr 2,5 cm (Tafel XIII, Feld Nr. 2 und 
Nr. I 0) und in verticaler Richtung solche von nur 0,5 cm (Feld Nr. 1 
und Nr. 9) aus. Wählt man daher einen Punkt der Hüftlinie, welcher 
auf der rechten Seite liegt und viermal so weit von deren Mitte ent¬ 
fernt ist, als der rechte Hüftgelenkmittelpunkt, so werden die Ex¬ 
cursionen desselben in den beiden zu einander senkrechten Richtungen 
auf das Vierfache vergrössert, sodass dieselben bezüglich I 0 cm und 
2 cm betragen. Die Bahn, welche dieser Punkt bei der Schwingung 
um die verticale Axe beschreibt sei A'OA (Fig. 19) und die Bahn, 
welche der Schwingung um die horizontale Axe entspricht, BOB'. 
Während der Punkt einmal zwischen A und A! hin- und herschwingt, 
wird er dreimal den Weg von B nach B' und zurück durchlaufen 
haben. 
Es sei nun zunächst: angenommen, dass es sich in beiden Fällen
        

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