Bauhaus-Universität Weimar

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Kritik der elastischen Manometer. 
Es sind Gründe der verschiedensten Art, die mich bewegen, 
über alle meine Untersuchungen auf diesem Gebiete zusammen¬ 
fassend und möglichst erschöpfend zu berichten. Zunächst solche 
mehr äufserlicher Natur. Ich konnte die Mitteilungen über meine 
Untersuchungen nur sehr lückenhaft gestalten, einen gröfseren 
Teil der Ergebnisse habe ich in Sätzen niedergelegt, die ich nicht 
weiter durch Vorlegung der experimentellen Daten begründete, ich 
hatte auch nicht den richtigen Leitfaden gefunden, um die Arbeiten 
in folgerichtiger Weise aneinander reihen zu können. Die Arbeiten 
sind wohl deshalb teilweise unbeachtet geblieben, zum Teil falsch 
aufgefafst worden. Schon aus diesen Gründen hätte sich eine 
Wiederveröffentlichung unter Mitteilung der sämtlichen experi¬ 
mentellen Daten rechtfertigen lassen. 
Zu diesem Schritte wurde ich aber gezwungen, nachdem ich 
eine Theorie der Dynamik des Herzmuskels aufgestellt hatte1), 
deren Folgerungen selbstverständlich nach den Grundlehren 
der naturwissenschaftlichen Forschung experimentell geprüft 
werden müssen. Ich habe absichtlich diese Theorie zu einem 
Zeitpunkte aufgestellt, in dem ich das experimentelle Material gerade 
so wie heute noch ganz unvollständig geordnet hatte. Ich wollte 
sie nicht post i'estum aufstellen, sie sollte mir selbst als Finger¬ 
zeig zur Auffindung neuer Tatsachen dienen. Ich kann auch 
jetzt noch nicht darüber urteilen, ob sie eine wesentliche Be¬ 
deutung für die Erklärung der Erscheinungen besitzt. Es mufs 
erst der Geltungsbereich derselben festgestellt werden. Aber der 
Charakter der mathematisch analytischen Formulierung, die nur 
strenge, wohl meistenteils prüfbare Folgerungen zuläfst, bürgt 
dafür, dafs sie nicht zur Zwangsjacke für die weitere Forschung 
wird, sondern ihr den weitesten Spielraum läfst. Die mathe¬ 
matische Fassung verhindert noch weiter, dafs unsere Theorie 
nur eine Sammlung von vagen Vergleichen bildet, die an 
Stelle der klaren Tatsachen gesetzt wäre, ohne dem Prinzip der 
Ökonomie des Denkens in irgend einer Weise Genüge geleistet 
zu haben. 
1) Isometrie und Isotonie des Herzmuskels. Zeitschr. f. Biol. Bd.41 S. 14.
        

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