Bauhaus-Universität Weimar

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Kritik der elastischen Manometer. 
wie es gewöhnlich geschieht, dadurch herzustellen, dafs ich auf 
die Membran einen Stift aufklebe und diesen, nun an einer 
glatten Stelle des Hebels gleiten lasse, sondern ich verlege die 
Gleitstelle in die Nähe der Membran, damit die unregelmäfsigen 
Reibungskräfte, die, an der Gleitstelle angreifend, ein Abhebeln 
des Stiftes bewirken können, nur ein geringes Drehungsmoment 
ausüben können. Ich klebe zu dem Zwecke ein kleines Deckglas 
auf die Membran. Auf ihm gleitet ein abgerundeter Stift von 
Hartgummi, der in fester Verbindung sich mit dem Hebel be¬ 
findet. So habe ich es beispielsweise 
bei dem Volumschreiber gehalten, den 
ich bei dem Herzindikator verwendet 
habe. (Fig. 13.) Da hier bei der Ver¬ 
wendung eines Spiegels auch der Auflager¬ 
druck der Achse auf dem Lager, der durch die Schwerkräfte 
ausgeübt wird, genügend grofs ist, kann man statt einer Achse 
eine freie Schneide an wenden, die wie bei einer Wage in einem 
Einschnitt ruht. Eine solche freie Lagerung hat natürlich wegen 
der geringen Reibung grofse Vorzüge gegenüber einer Achsen¬ 
lagerung, die bei den kleinen Verhältnissen nie so exakt ausge¬ 
führt werden kann. 
Werden dagegen die Trägheitskräfte des Hebels oder des 
Spiegels bei raschen Bewegungsänderungen zu grofs, so dafs das 
geringe Drehungsmoment der Schwerkräfte oder eine ähnliche 
geringe Kraft nicht mehr ausreicht, ein stetes Anliegen dos Hebels 
an der Gleitstelle zu bewirken, und ist man genötigt, diese Druck¬ 
kräfte zu verstärken, indem man etwa einen stärkeren Federdruck 
anwendet, dann treten bei der gleitenden Bewegung leicht diese 
Übelstände, von denen ich soeben gesprochen habe, auf. Es 
ist eben technisch nicht möglich, eine absolut glatte Fläche her¬ 
zustellen.1) 
Mufs man also gröfsere Kräfte wirken lassen, um die stete 
Verbindung des Hebels mit der Membran zu erhalten, so wird 
1) Ich erinnere mich, irgendwo in einer Abhandlung von v. Kries 
ähnliche Bemerkungen über ein Steckenbleiben des Stiftes bei dem Feder¬ 
manometer gelesen zu haben, kann jedoch die Stelle nicht finden. 
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Fig. IS.
        

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