Bauhaus-Universität Weimar

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psychotechnische Eignungsprüfung in eine biotechnische Untersuchung 
übergleiten dürfte: Ich erinnere an die Elektrodiagnostik nach Bissky.*) 
Dies ist keinesfalls allzuferne Zukunftsmusik. Wenn wir auch noch 
warten wollen — jedenfalls wissen wir, daß das nur Psychologische nicht allein 
genügt, und daß ebensowenig die physiologische Oberflächlichkeit der üblichen 
Untersuchungen durch den Arzt die Ergänzung bietet, sondern daß aus den 
Kampfplatz der Meinungen eine Art Symbiose entsteht, eben die biotech¬ 
nische Diagnose, wie ich sie nennen möchte. 
Blicken wir auf das Gesagte zurück, so sehen wir: viele erhebliche Fehl¬ 
schläge und manche Anwendungen der Psychotechnik, die wir als höchst be¬ 
denklich bezeichnen müssen. Oft auch viel Aufmachung und wenig Fun¬ 
dament. 
Aber auf der anderen Seite wesentliche Erkenntnisse und ein Ringen 
nach Neuem. Keine Wissenschaft, die totgeboren ward oder verlosch. Das 
wäre ganz irrig. Aber ebenso eine Wissenschaft, bei der alles noch durchaus im 
Flusse ist, bei der es keine Gewähr im unbedingten Sinne schon geben kann, die 
sich also weder für Pfuscher oder für Allzugläubige oder für bloße Nachahmer 
oder für Geschäftsleute eignet. Sondern eine Wissenschaft, bei der es durch¬ 
aus noch auf sorgsames Forschen ankommt und auf ein gediegenes Arbeiten. 
Geschieht das, wird die Entwicklung gut und nützlich der Mitwelt. Behalten 
die Pfuscher und psychotechnischen Handelsleute den Vorrang, geht die 
Psychotechnik rettungslos zu Grunde. 
C. Organisation von psychotechnischen Prüistellen. 
Zum Abschluß des Buches sollen noch einige Bemerkungen über das 
Äußerlichste folgen: nämlich die zweckmäßige Einrichtung und Betriebs¬ 
führung von psychotechnischen Prüfstellen. Auch hier hat wieder die prak¬ 
tische Erfahrung das Wort: ist der Verfasser doch nicht weniger als dreimal in 
die Lage versetzt gewesen, Institute völlig neu und für eignen Bedarf zu 
schaffen. (Einrichtungen im Aufträge anderer Benutzer seien außer acht ge¬ 
lassen.) Bei jeder Neueinrichtung und jedweder Sachlage lernt man Neues 
hinzu. Niederschlag derartiger Erfahrungen aus Einrichtungen, die nicht 
anhangsweise als „angewandte Abteilung” einem theoretisch gerichteten In¬ 
stitut angehörten, sondern die selbständig für die Öffentlichkeit gearbeitet 
haben und Jahre hindurch wesentliche Frequenz, Lebensfähigkeit aufwiesen: 
Niederschlag dieser Praxis sind nachstehende Ausführungen. Sie stellen 
keine systematische Abhandlung, als praktische Winke dar. 
1, Materielle und personelle Leitlinien. 
Es gehört eigentlich zu den Selbstverständlichkeiten erster Ordnung, daß 
Leute, welche bei anderen Unternehmen Menschen auslesen oder Betriebs¬ 
verbesserungen durchführen wollen, auch im eigenen Hause entsprechende 
Verfahren durchführen. Man kann der Psychologie den Vorwurf nicht er- 
*) Vgl. meine Sonderveröffentlichung „Deutsche Psychologie" Bd. V 1925.
        

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