Bauhaus-Universität Weimar

2. Hannover. 
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Richters Deutscher Reichskanzler. Ein Kreuzungsprodukt 
von Seed und Daher, eine prächtig dunkelrote, meist genetztschalige, mittel¬ 
große, feine Speisekartoffel von etwas gedrückter, platt-ovaler Form, mit 
reinweißem Fleisch und einem Stärkegehalt von durchschnittlich 24—27 %. 
Das Kraut ist mittelhoch, aufrecht, verzweigt, sehr gesund, Blüte lila, Stengel 
rotbraun und Stolonen rot. Deutscher Reichskanzler produziert die höchste 
Trockensubstanz (bis 32,2 %), beansprucht aber auch einen nährstoffreichen, 
besseren Boden. Die Sorte ist gleich geschätzt als Speise-, Fabrik- und 
Dauer kar tof f el. 
Als späte Sorten: 
Richters Oygnea gibt bei geeigneter Kultur unter günstigen Boden¬ 
verhältnissen höchste Massenerträge bei mittlerem Stärkegehalt und eignet 
sich für alle Zwecke. Die Knolle ist groß, länglich, wenig platt, glatt weiß- 
schalig. Das Fleisch ist weiß, in verschiedenen Jahren vereinzelt violette 
Flecken aufweisend. Der Nabel zeigt meist einen violetten Schein. Das Kraut 
ist hoch, aufrecht, verzweigt; der Stengel etwas gebräunt, das Blatt graugrün, 
schmal, lang gespitzt. Die Blüte ist weiß mit schwach lila, faltig, groß. 
Richters Niedersachsen zeichnete sich immer durch besonders 
hohe Erträge aus, sie stand 1907 in den Heineschen Versuchen im Knollen- 
und Stärkeertrage an erster Stelle und wurde als „vorzüglich“ für Speise- 
und gewerbliche Zwecke bewertet. Niedersachsen ist schön rot-rauhschalig, 
weißgelbfleischig, groß, ziemlich gleichmäßig und flachäugig. Das Kraut ist 
mittelhoch, kräftig, Stengel und Stolonen rot, Blatt mittelgroß, blasig; 
Blüte lila. 
Richters Ferdinand Heine. Knolle meist eckig-rundlich, groß, 
gleichmäßig, weißfleischig, durchmehlig. Knollenansatz reich, dicht am Stock. 
Das Kraut ist ziemlich hoch, aufrecht, buschig verzweigt, das Blatt mittel¬ 
groß, dunkelgraugrün, die Blüte reich, weiß. Diese Sorte ergab in den 
Heineschen Versuchen, Hadmersleben, immer hohe Knollen- und Stärke¬ 
erträge. Ferdinand Heine eignet sich besonders als Fabrikkartoffel. 
Richters Dr. Schultz-Lupitz zeichnet sich durch außerordent¬ 
liche Großknolligkeit, Ertrag und Stärkegehalt als vorzügliche Wirtschafts¬ 
kartoffel aus. Die Knolle ist weiß, weißgelbfleischig, vollrundlich, auf Sand¬ 
boden rauhschalig. Das Kraut ist ziemlich hoch, aufrecht, starkstengelig 
verzweigt, das Blatt reichlich mittelgroß, abstehend, graugrün, die Blüte 
sehr reich, weiß und sehr lange anhaltend. Dr. Schulz-Lupitz ist nur für 
Sand- oder doch leichte Böden zu empfehlen. Die Sorte erfreut sich als Saat¬ 
kartoffel eines regelrechten Exports nach England. 
Als neueste und neuere Sorten: 
Richters Zeppelin (1909). Eine höchst ertragreiche neueste Züch¬ 
tung, die unter anderen auf den Heineschen Versuchsfeldern als Nr. 533 1*1 
immer beste Resultate ergab und 1906 im Knollenertrag an erster und im
        

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