Bauhaus-Universität Weimar

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Zweiter Teil: Die Saatzucht in der praktischen Landwirtschaft. 
umsomehr für Echtheit und Zuverlässigkeit Garantie leisten, als ich 
nur Samen eigener Ernte verkaufe. 
Recht angenehm würde es mir sein, wenn die auf meine ergebene 
Offerte reflektierenden Herren Konsumenten Gelegenheit nehmen 
wollten, sich durch eigene Ansicht meiner Samenfelder von der 
Echtheit des Samens bis zum Beginn der Ernte, Mitte September, 
zu überzeugen. 
Diejenigen Herren Konsumenten, welche auf eine namhafte 
Quantität mit mir abzuschließen geneigt sein möchten, ersuche ich 
höflichst, mir ihren werten Willen möglichst bald in franko Briefen 
zugehen zu lassen. 
Gleichzeitig empfehle ich meine Gemüse-, Holz-, Gras- und 
Blumensämereien mit ergebener Bitte, das reichhaltige Preisverzeichnis 
darüber nach beendigter Ernte im Monat Oktober gefl. von mir ab¬ 
zufordern . 
Quedlinburg bei Magdeburg, im September 1836. 
Heinr. Mette 
Kunst- und Handelsgärtner.“ 
I 
Die sogenannte schlesische Zuckerrübe mit weißem Fleisch und weißer 
Haut, wie sie uns im wesentlichen heute noch begegnet, hat ursprünglich 
auch für die hiesige Zucht die Unterlage abgegeben. Welchen Weg sie ge¬ 
nommen hat, ob direkt von Krayn in Schlesien, ihrem ersten Anbauort in 
Deutschland, oder auf Umwegen durch einen Händler hierher, läßt sich 
leider heute nicht mehr nachweisen. 
Die züchterischen Arbeiten erstreckten sich ursprünglich nur auf eine 
Auslese nach Form und Größe der Rübe. Ein weiteres Auslesemoment, die 
Beschaffenheit der Blätter, deren feinerer oder gröberer Bau einen Rück¬ 
schluß auf den Zuckergehalt gestattete, brachte bald eine, wenn auch ge¬ 
ringe, Verbesserung. Eine Trennung der Rüben nach ihrem spezifischen 
Gewicht mittels Einlegen der Rüben oder eines Ausstiches in Salz- oder 
Zuckerlösung von bestimmter Dichte stellte einen weiteren Fortschritt in 
der Züchtung dar und gewährleistete schon eher im Verein mit den zuerst 
angeführten Selektionsmerkmalen eine Auswahl der besseren Rüben zu 
treffen. 
Dann machte man sich die spezifische Schwere des abgepreßten 
Saftes von einem Ausstich aus der Rübe durch Eintauchen einer Senkwage 
(Balling u. ä.) oder Ermittlung seines Gewichtes im Pyknometer zunutze. 
Erst mit der Erfindung des Polarisationsapparates, mit dessen Hilfe die 
zuckerreichen von den zuckerarmen Individuen genau nach dem Prozent¬ 
zuckergehalt auf bequeme Weise ermittelt werden können, war es möglich, 
durch Massenuntersuchungen einen großen Schritt in den Züchtungserfolgen 
vorwärts zu tun.
        

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