Bauhaus-Universität Weimar

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Der Tonvariator. 
Von 
L. William Stehn. 
(Mit 2 Fig.) 
Der „Tonvariator“ ist ein Apparat, der, aus ganz speciellen 
psychologischen Versuchsabsichten hervorgegangen, in seiner 
nunmehrigen vervollkommneten Form geeignet ist, als akustischer 
Demonstrations- und Experimentalapparat sehr verschiedenen 
Zwecken zu dienen. 
Der Apparat stellt vermittels angeblasener Flaschen eine 
„continuirliche Tonreihe“ dar, die (im Gegensatz zu den Stimm¬ 
gabelreihen) in wirklicher Continuität durchlaufen werden 
kann ; d. h. man kann den Ton während des Tönens in be¬ 
liebigem Tempo mit gleichmäfsiger Geschwindigkeit erhöhen oder 
vertiefen und kann in jedem Augenblick ablesen, bei welcher 
Schwingungszahl man sich befindet; hierbei sind kleinste Ton¬ 
differenzen, Einzelschwingungen und ev. auch Bruchtheile von 
Schwingungen ohne Schwierigkeit einzustellen und zu controliren. 
Ferner hat der Ton (ebenfalls im Gegensatz zu den Stimmgabeln), 
solange er überhaupt tönt, constante Intensität. Endlich ermög¬ 
licht der Apparat, zwei (oder mehrere) Töne gleichzeitig zu er¬ 
zeugen und den einen allmählich gegen den anderen zu ver¬ 
schieben. 
Der erste Anfang des Apparats liegt schon ziemlich weit 
zurück; diese früheste Form ist im Jahre 1895 beschrieben 
worden.1 
Seitdem habe ich mit wenigen Unterbrechungen an seiner 
Vervollkommnung gearbeitet, zuerst mit Herrn Mechaniker 
1 Die Wahrnehmung von Tonveränderungen. I. Mittheilung. Zeitsehr. 
f. Psychol. 11, S. 4.
        

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