Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kreuzungsuntersuchungen an Hafer und Weizen II
Person:
Nilsson-Ehle, Nils Herman
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit21188/33/
Kreuzungsuntersuchungen 
33 
die übrigen spalten weiter in derselben Weise wie vorher. Die in F3 (und in Ft) 
erhaltenen Spaltungszahlen waren die folgenden: 
Upl. braun. Landw. X Schwed. Binkel. F3. 72 Compactum, 28 Nichteompactum. 
0501 X » » A. » 16 » 4 » 
» X » », B. F±. 44 » 13 » 
Summa 132 » 45 » 
Es stellt sich hier noch deutlicher das Verhältnis 3 : 1 heraus. 
Bei den Kreuzungen 6) und 7), wo Binkelsquarehead und andere Squarehead 
in der Weise zusammenfliessen, dass keine scharfe Grenze zwischen die Compactum- 
gruppe und die Nichtcompactumformen mehr gezogen werden kann, sind die 
Heterozygoten offenbar zum Teil der Nicbtcompactumgruppe zugerechnet, denn bei 
0301 X Schwed. Binkel, Linie C, ergab eine als Squarehead bezeichnete K2-Pflanze 
in Fa Spaltung in Ccmpactum — langährig. Es wäre also hier eine Untersuchung 
sämtlicher Eä-Pfianzen in der FB notwendig, um das Zahlenverhältnis in der Fs 
ganz sicher zu ermitteln. 
Aus sämtlichen übrigen Kreuzungen geht aber deutlich hervor, dass eine ein¬ 
fache Spaltung vorliegt, sofern nur an Compactum und Nichteompactum als zwei 
Gruppen gedacht wird. Da Compactum bei meinen Kreuzungen überall ganz 
deutlich dominiert oder prävaliert, und da auch bei den oben erörterten Compac- 
tumkreuzungen anderer Forscher ein mehr oder weniger deutliches Prävalieren des 
Compactumtypus sowie auch dieselbe einfache Spaltung in der F2 meistens er¬ 
kennbar sind, so ist die Sache so darzustellen, dass bei Tr. compactum ein 
distinkt wirkender Faktor vorhanden ist, der bei den übrigen Wei¬ 
zen fehlt. Dieser Faktor bewirkt eine Verkürzung der Internodien, ist also als 
einen Hemmungsfaktor zu betrachten. 
So weit scheint die Sache ziemlich klar zu sein. Die weiter unten zu 
besprechenden Kreuzungen werden die Richtigkeit dieser Annahme nur noch mehr 
bestätigen. 
Dagegen ist die Spaltung keineswegs einfach in dem Sinne, dass z. B. die 
rezessive Nichtcompactumgruppe eine homogene, mit dem einen Elter übereinstimmende 
Gruppe bilden sollte. Vor allem ist dies nicht der Fall, wenn Compactum mit Square- 
headtypen oder mit anderen Formen von mittlerer Ahrendichte gekreuzt wird. Statt 
Squarehead und mitteldichter Formen werden dann, wie die Kreuzungen zeigen, bei 
der /q-Spaltung hauptsächlich ganz andere, lang- und lockerährige Individuen ge¬ 
bildet, und in gewissen Fällen scheint der Elterntypus sogar überhaupt nicht mehr 
wiederzukehren. Bei den oben erörterten Kreuzungen anderer Forscher ist keine der¬ 
artige komplizierte Spaltung zu sehen, weil überall lang- und lockerährige Weizen 
mit Compactum gekreuzt wurden; in keinem Falle sind Squarehead oder ähnliche 
Formen als Elter benutzt worden. Bei meinen zwei ersten Kreuzungen mit Land¬ 
weizensorten ist vielleicht eine einfache Spaltung in die beiden Ahrendichtigkeits- 
Lunds Univ. Àrsskrift. N. F. Afd. 2. Bd 7. 5
        

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