Bauhaus-Universität Weimar

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Martin Schenck, 
dann nach und nach etwas schwächer und nach etwa ein- 
stündigem Erwärmen begann eine weiße Masse sich auszu¬ 
scheiden, deren Menge allmählich zunahm. Nach im ganzen 
vierstündigem Erwärmen wurde das Gemisch mit 10 ccm Wasser 
versetzt und auf einige Stunden an einen kühlen Ort beiseite¬ 
gestellt. Das rein weiße Reaktronsprodukt wurde dann ab¬ 
gesaugt und aus möglichst wenig heißem Wasser umkristalli- 
sierfc. Die Ausbeute an einmal umkristallisiertem trockenem 
Produkt betrug etwa 11—15% der angewandten Biliansäure, 
mit der Aufarbeitung der Mutterlaugen bin ich noch be¬ 
schäftigt. 
Die Biloidansäure kristallisiert aus Wasser in mikro¬ 
skopisch kleinen, eigentümlich dreieckig-rundlichen Formen; 
es erinnert dies an die Angabe von Letsche1), wonach seine 
Säure C1#H28O10 aus Wasser „in Gestalt feiner tetraedrischer 
Gebilde, deren Kanten alle gebogen sind“, herauskommt. 
Die bei 120° getrocknete Substanz zersetzt sich bei 226 
bis 228°, Letsche gibt für seine Säure den Zersetzungspunkt 
226° an. 
Die Biloidansäure löst sich in heißem Wasser ziemlich 
leicht, in kaltem viel schwerer. In Alkohol ist sie ziemlich 
leicht löslich, in Äther ist die Löslichkeit sehr gering. 
Die Elementaranalyse wurde nach dem Verfahren von 
I ritsch* *) (Mischen der Substanz mit fein gepulvertem CuO 
im beiderseits offenen Rohr) im Sauerstoffstrom bei sehr lang¬ 
samer Verbrennung ausgeführt. I und II Präparate verschie¬ 
dener Darstellung. Getrocknet wurde die Säure bei 120°. 
L 0,1327 g Bubst.: 0,2645 g CO, und 0,0800 g H,0; 
gef. 54,36 % C und 6,74 % H; 
II. 0,1138 g Subst: 0,2279 g CO, und 0,0680 g H,0; 
gef. 54,62% C und 6,68% H; 
Ber. für C^O**): 54,78% C und 6,78% H. 
’) H. «1, 221 (1909). 
*) Ar. 289, 399, Fußnote 2 (1901). 
*) Auch Formel CMHMOtt (6-bssisch; 54,95% C; 6,82% H; 
53,77 % COOH) kommt für die Büoidanafture er. in Betracht. Bei der 
weiteren Untersuchung soll auch diese Möglichkeit geprüft werden.
        

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