Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Frage der Entstehung von Kynurensäure aus Tryptophan im Tierkörper
Person:
Ellinger, A. Z. Matsuoka
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit20850/10/
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A. Ellinger und Z. Matsuoka, 
durch einen etwaigen Übergang in Kynurensäure ein neues 
Argument für die von Homer aufgestellte Kynurensäurcfomiel 
beizubringen. 
Es sei vorausgeschickt, daß, bevor die Homersehen 
Arbeiten erschienen waren, bereits Herr Dr. Flamand auf 
Veranlassung des einen von uns (E.) eine Versuchsreihe über 
das Verhalten der ß-Chinolincarbonsäure im Tierkörper an¬ 
gestellt hatte, die die unveränderte Ausscheidung ergab und 
deren Einzelheiten hier nicht wiedergegeben werden sollen. 
Auch die Versuche mit a-Säure ergaben, daß eine 
Oxydation am Pyridinkern des Chinolins nicht ein- 
tritt. Die Säure wird vielmehr zum größeren Teil mit Glv- 
kokoll gepaart, zum kleineren unverändert ausgeschieden. 
Zur Darstellung der a-Chinolincarbonsäure wurde zuerst 
nach Döbner und W. v. Miller1) das Chinaldin mit Chrom- 
säure und Schwefelsäure oxydiert. Da aber so nur 2 g Säure 
aus 20 g Chinaldin gewonnen wurden, wurde später nach 
Königs Methode2) gearbeitet. Durch Kondensation von Chi¬ 
naldin mit Formaldehyd im Einschmelzrohr wurde a-Ohinolyl- 
propandiol dargestellt und diese Verbindung durch konzentrierte 
Salpetersäure zu Chinolincarbonsäure oxydiert. Nach diesem 
Vorgehen wurden 15 g oc-Chinolincarbonsäure aus 20 g Chi¬ 
naldin gewonnen. Die Säure schmolz bei 1560 C., entsprechend 
dei Angabe von Königs. Sie gibt mit Essigsäureanhydrid 
erhitzt eine intensive Rotfärbung, wie die Kynurensäure 
(Kretschys Farbreaktion). 
Die Säure ist für Kaninchen ziemlich giftig. 0,5 g wurden 
als Natriumsalz einem Kaninchen von 2490 g Gewicht zwei¬ 
mal hintereinander im Laufe von 3 Stunden subkutan injiziert. 
Das Tiei war auffallend ruhig, zeigte nach 24 Stunden intensive 
Hämoglobinurie und wurde sehr matt. Am nächsten Tage 
ging es zugrunde, in der Blase fand sich noch stark blutiger 
Harn. Das Ergebnis der Sektion bestätigte das Vorhanden¬ 
sein einer hämorrhagischen Nephritis. 
9 Ber- d. chem. Ges. Bd. 16, S. 2472 (1883). 
*) Ebenda Bd. 32, S. 223 (1899).
        

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