Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über das biochemische Verhalten von Glykolsäure und Oxalsäure, insbesondere gegen isolierte menschliche Organzellen
Person:
Sieburg, Ernst Karl Vietense
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit20827/14/
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Ernst Sieburg und Ksrl Vietense, 
Grade sie weiter verbrennbar ist, fehlen uns noch feste Vor¬ 
stellungen. Als Intermediärkörper im Gesamtstoffwechsel sehen 
wir nach großen Dosen von Glyoxylsäure immer nur einige 
Milligramme Ameisensäure auftreten und bei der Einwirkung 
von Lebersubstanz allein auf Glyoxylsäure auch nur wenige 
Prozente der theoretisch möglichen Mengen. Daneben ist nun 
sowohl nach Glyoxylsäure wie auch nach Glykolsäure in Ver¬ 
suchen am Gesamtorganismus auch das Auftreten von klein¬ 
sten Mengeu von Oxalsäure beobachtet. Es fragt sich, ob siel» 
nicht beide, Ameisensäure sowohl wie Oxalsäure, auf eine ge¬ 
meinsame intermediäre Bildung, wie sie der Formaldehyd dar¬ 
stellt, zurückführen lassen. Bis vor kurzem war man der 
Ansicht, daß sich Aldehyde im Organismus unter Zutritt von 
Sauerstoff zur zugehörigen Säure oxydierten. Heute wissen 
wir, daß diese Umwandlung nach dem Vorgänge einer Caniz- 
zaroschen Reaktion verlaufen kann1), indem sich zwei Mole¬ 
küle Aldehyd zum Ester kondensieren, der durch Hydrolyse 
dann in Säure und Alkohol weiter zerlegt werden kann, so daß, 
ohne daß Sauerstoff sich an dieser Reaktion direkt beteiligt, 
sich der Prozeß in seinem Endergebnis als gleichzeitige Oxi¬ 
dation und Reduktion darstellt. Der Formaldehyd würde hier¬ 
nach in Ameisäuremethylester übergehen: 
0 H 
und letzterer wenigstens zum Teil Ameisensäure und Methyl¬ 
alkohol liefern. Weiter wäre ja auch die Entstehung von 
Oxalsäure durch teilweise Oxydation dieser Zweikohlenstoff- 
verbindung möglich: 
HCO 
I 
O —CH, 
COOH 
- H.0 + 3 0 = | 
COOH 
*) J. Parnae, Biocbem. Zeitechr. Bd. 28, 8. 274 (1910). — F. Ba- 
tclli and L. Stern, ebenda Bd. 29, 8.130 (1910).
        

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