Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über einige Versuche, Brom in normalen menschlichen Organen nachzuweisen
Person:
Pillat, Arnold
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit20823/5/
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Arnold Pillât, 
Das Einleitungsrohr der Waschflasche war außen gegabelt 
das freie, nicht mit dem Kühler verbundene Rohr war mit 
einem Glasstöpsel verschlossen. Nach Lüftung dieses Ver¬ 
schlusses konnten während des Versuchs Reagèntien eingeführt 
werden. 
Nun wurde der Kolben mit einer kleinen Flamme erhitzt. 
Sobald die ersten Spuren von Brom übergehen, nimmt die 
Fluoresceinlösung den deutlich erkennbaren, rötlichen Eosinton 
an, die Farbe und das Spektrum des Fluoresceins verschwinden 
immer mehr und mehr, das Eosinspektrum, ein scharfer Ab¬ 
sorptionsstreifen bei E bis b, wird alsbald deutlich. Sobald 
alles Fluorescein aufgebraucht ist, wird durch das freie Rohr 
in der Waschflasche wiederum 0,1 ccm der Fluoresceinlösung 
eingebracht und mit wenig Wasser nachgespült. 
Das Erhitzen wurde fortgesetzt, bis etwa */3 der Flüssig¬ 
keit überdestilliert waren, hierauf wurde noch */* Std. weiter 
Luft durchgeleitet. Gegen Ende der Destillation trat manch¬ 
mal, wohl durch Ubergehen von Säure, eine plötzliche Ent¬ 
färbung der vorgelegten Flüssigkeit auf, welche sich sofort 
auf Zusatz von 1—2 Tropfen Ammoniak beheben läßt. 
Es wurden folgende Fälle untersucht: 
1. 2 Monate altes Mädchen. Todesursache unbekannt. Sektions¬ 
befund: Bronchitis capillaris, Hyperplasie des lymphatischen Ap¬ 
parates. Das Kind hatte noch keine Medikamente bekommen. 
1 eiatbeitet wurde die linke Gehirnhemisphäre im Gewicht 
'°n 21" S* Resultat: Keine Spur von Brom nachweisbar. 
2. 64 Jahre alter Mann. Tod durch Erhängen. Seklionsbefund. 
Eitrige Bronchitis, mäßige Atherosklerose. 
\ erarbeitet wurde die linke Großhirnhemisphäre im Gewicht 
von b<6 g. Resultat: Brom nicht nachweisbar. 
S. Harn von einem 22jährigen Mann, der Masern, Keuchhusten, 
Gelbsucht durchgemacht hat, seit seinem 7. Lebensjahre sicher 
keine Medikamente zu sich genonuneu hat, sich an frühere Me¬ 
dikationen nicht erinnern kann. 
Verarbeitet wurde 1 1 Harn von saurer Reaktion, der im 
Laufe von 16 Stunden gewonnen worden war. Der Harn wurde 
in 2 Portionen mit je 10 g des geprüften Ätzkalk9 versetzt ein¬ 
gedampft und verascht. Resultat: 0,4 mg Brom, kolorimetrisch 
geschätzt.
        

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