Bauhaus-Universität Weimar

Über die Hefenucleïosâure. 
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Das Uracil, das bei der Spaltung der Nucleinsäure immer 
neben dem Cytosin durch Ammoniakabspaltung entsteht, ebenso 
wie Xanthin aus Guanin und Hypoxanthin ausAdenin, halten 
sie in diesem Falle für ein primäres Spaltprodukt, trotzdem 
die Ausbeuten an Uracil, die von Frau Kowalevsky gefunden 
wurden, größer waren, als sie sich aus der Leveneschen 
Formel ergeben und trotzdem auch zweitens die Resultate der 
quantitativen Ammoniakbestimmung gegen einen solchen Schluß 
sprachen. 
Wir haben nun noch einmal unternommen, eine Lösung 
der strittigen Frage zu finden, denn es besteht noch folgende 
Möglichkeit, die die vorhandenen Unstimmigkeiten erklären 
würde: 
Fast allgemein wird als Ausgangsmaterial für die Unter¬ 
suchungen an der Hefenucleünsäure das Präparat benutzt, das 
die Firma C. F. Boehringer & Söhne in Mannheim in den 
Handel bringt. Nun wäre es immerhin möglich, daß das Prä¬ 
parat, das ja aus einem im lebhaften Stoffwechsel befindlichen 
Medium, der lebenden Hefe, gewonnen wird, nicht einheitlich 
wäre, sondern neben der reinen Nucleinsäure, vielleicht in 
wechselnden Mengen, Körper enthielte, die schon durch geringe 
hv drolytische Spaltungen, z. B. durch Ammoniakabspaltung an 
der Cytosingruppe, verändert wären oder die durch anders 
' ei laufende Spaltungen durch die an Fermenten aller Art reiche 
Hefe schon in einfachere Körper zerlegt wären. 
Es wurde also eine genauere Untersuchung dieses Aus- 
gangsmaterials in Angriff genommen und das Präparat in ver¬ 
schiedene Fraktionen zerlegt. Als Kriterium der einzelnen 
Fraktionen galt uns das Verhältnis von Phosphor zu Stickstoff, 
dessen Werte schon durch geringe Differenzen im P- und N- 
Hehalt deutlich und stark beeinflußt werden. Gaben sämt¬ 
liche Fraktionen übereinstimmende Werte, so war die Wahr¬ 
scheinlichkeit groß, daß es sich um ein einheitliches Aus¬ 
gangsmaterial handelte; ergaben sich dagegen größere Unter¬ 
schiede in der Zusammensetzung der einzelnen Fraktionen, so 
mußte man doch an das Vorhandensein verschiedener Körper 
im Ausgangsmaterial denken. Die nicht miteinander überein-
        

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