Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einfluß der Struktur der b-Glukoside auf die Wirkung des Emulsins
Person:
Fischer, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit20799/23/
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Emil Fischer, 
133—134° (korr.) und erwies sich als d-Verbindung [«]}? = 
+ 154,7° (in Wasser). 
Von Emulsin wird der Ester leicht gespalten (vergl. Ta¬ 
belle). Dabei entsteht d-Mandelsäure-methylester. DerVersuch 
wurde in 5%iger Lösung bei 35° und pH = 5 mit Emulsin 
(Vio vom Gewicht der Substanz) ausgeführt und dauerte 
46 Stunden. Der d-Mandelsäure-methylester ließ sich leicht 
durch mehrmaliges Ausäthern isolieren und wurde in kristal¬ 
lisierter Form mit dem Schmelzpunkt 55—58° isoliert. Die 
Ausbeute betrug in einem Falle etwa 90%, bei einem an¬ 
deren Versuche aber nur 46% der Menge, die der Quantität 
des entstandenen Zuckers entsprechen würde. Der Verlust 
war im zweiten Falle vielleicht durch eine teilweise Verseifung 
bei der langen Dauer des Versuches verursacht. Der Ester 
besaß in 5%iger acetonischer Lösung das Drehungsvermögen 
Md7 + 130°, während für den reinen 1-Mandelsäure-methyl- 
ester (Xfif — 145,4°, allerdings ohne Anführung des Lösungs¬ 
mittels angegeben ist1). 
d-Amygdalinsäure. 
Sie wird aus der gewöhnlichen Amygdalinsäure über das 
Cinchoninsalz gewonnen. Um letzteres herzustellen, löst man 
6,5 g gewöhnliche Amygdalinsäure (aus Amygdalin durch 
Kochen mit Bariumhydroxyd hergestellt) und 4 g gepulvertes 
Cinchonin in einem heißen Gemisch von Methyl- und Äthyl¬ 
alkohol. Verdampft man dann unter vermindertem Druck, 
so bleibt ein farbloser schaumiger Rückstand. Er wird in 
etwa 15 ccm kaltem Wasser gelöst, die trübe Flüssigkeit 
am besten durch ein Membranfilter filtriert und das klare 
farblose Filtrat auf dem Wasserbade zum Sirup eingedampft. 
Bei längerem Stehen tritt Kristallisation ein, die durch Impfen 
und Reiben sehr beschleunigt werden kann. Die Masse ver- 
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wandelt sich dabei in einen Brei langer feiner Nadeln, der 
schließlich halbfest wird. Er wird zunächst mit etwa 5 ccm 
eiskaltem Wasser verrieben und scharf abgesaugt, dann mit 
0 Guye und Aston, Compt. rend. Bd. 124, S. 196 (1897).
        

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