Bauhaus-Universität Weimar

Einige Bemerkungen über das Erbsenlegumin. 89 
Verlusten) filtriert werden. Dieses Verfahren führte nun aller¬ 
dings rascher zum Ziele als die Dialysemethode, aber auch 
hier war die Ausbeute verhältnismäßig klein. 
Da man also nach dieser Methode stets mit großen 
Mengen Rohmaterial arbeiten mußte, um nicht , zu kleine 
Mengen Endprodukt zu erhalten, versuchte ich auch die ältere 
Methode: Extraktion mit alkalihaltigem Wasser und Fällung 
des Filtrats mit einer Säure, also die von Ritthausen — 
namentlich bei Verarbeitung von sauer reagierendem Roh¬ 
material — benutzte Methode. Ich extrahierte das Erbsen¬ 
mehl mit schwach ammoniakhaltigem Wasser — 0,013 bis 
0,016 °/o NHS — in dem Verhältnisse 1 Teil Erbsenmehl und 
20 Teile Wasser. Die Filtration verlief rasch und leicht, aber 
das Filtrat war nicht ganz wasserhell, sondern auch hier schwach 
opalisierend oder unklar. Bei Zusatz von Chlorwasserstoffsäure 
bis zu 0,028—0,056°/o entstand ein. reichlicher flockiger Nieder¬ 
schlag, der sich ziemlich rasch zum Boden setzte und abzentri¬ 
fugiert wurde. Der Bodensatz war anscheinend rein weiß, 
während die obenstehende, ganz klare Flüssigkeit gelb gefärbt 
war. Dieser Bodensatz wurde durch wiederholte gleichförmige, 
feine Verteilung in Wasser und Zentrifugieren gereinigt. 
Wenn nun dieser, noch wasserhaltige Niederschlag mit 
NaCl-Lösung von 8°/o behandelt wurde, löste sich ein Teil 
in der Salzlösung; ein bedeutender Teil blieb aber ungelöst, 
selbst nach wiederholtem Auslaugen mit Kochsalzlösung. Ich 
kam also zu ganz demselben Resultate wie Ritthausen, näm¬ 
lich daß der Niederschlag ein Gemenge von zwei Stoffen, der 
eine in NaCl von 8°/o löslich und der andere darin unlöslich ist. 
Wenn man mit Osborne annehmen will, daß der von 
Ritthausen als Legumin bezeichnete, unlösliche Teil der 
Fällung ein durch die chemischen Eingriffe umgewandeltes 
und in Kochsalzlösung unlöslich gewordenes Globulin (Os¬ 
bornes Legumin) ist, so folgt aus dem nun Angeführten jeden¬ 
falls, daß diese Umwandlung nicht die Folge der von Ritt¬ 
hausen angewandten Alkohol-Ätherbehandiung sein kann. 
Eine solche Behandlung fand nämlich in meinen Versuchen 
nie statt.
        

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