Bauhaus-Universität Weimar

Über den Ban der echten Nucleinslure. 291 
8. Die in der Nucleinsäure vorkommenden Phosphor&tome 
gehören Molekülen von Orthophosphorsäure an. 
Zunächst ergibt sich nun die Frage nach der Reihenfolge 
bezw. Nachbarschaft der einzelnen Nucleotide. Nach Levene 
sind die beiden Pyrimidinnucleotide eng benachbart und ver¬ 
bunden, und er hat auch im Jahre 1912 die Darstellung 
eines Dinucleotids der beiden Pyrimidinnucleotide in Aussicht 
gestellt.1) Bisher ist der experimentelle Beweis zwar noch 
nicht erbracht, doch scheinen in der Tat die beiden Pyrimidin¬ 
nucleotide zusammen zu gehören, schon aus dem Grunde, weil 
sie am beständigsten gegen Säurehydrolyse sind und infolge¬ 
dessen in den hydrolytischen Spaltprodukten (auch in der 
Thyminsäure) gleichsam als stabiler Kern erscheinen. 
Die zweibasischen Einzelnucleotide können also gekuppelt 
werden in der Reihenfolge: 
=Phosphorsäure—Kohlenhydrat—Guanin 
=Phosphorsäure—Kohlenhydrat—Cytosin 
=Phosphorsäure—Kohlenhydrat—Thyrain 
«Phosphorsäure—Kohlenhydrat—Adenin. 
Wie soll man sich nun die Bindung der einzelnen Nucleotide 
denken? Um eine Übersicht über die Bindungsmöglichkeiten 
zu gewinnen, will ich folgende Begriffe anwenden:1 
1. Die Bindung zwischen zwei Nucleotiden erfolgt zwischen 
zwei korrespondierenden Bestandteilen, also z. B. zwischen 
zwei Kohlenhydratgruppen oder zwischen zwei Phosphorsäure¬ 
molekülen. Ich bezeichne diese Art der Bindung mit «korre¬ 
spondierender Bindung». 
2. Die Bindung vollzieht sich zwischen verschiedénartigen 
Bestandteilen der Nucleotide, z. B. zwischen der Phosphorsäure 
des einen Nucleotids und dem Kohlenhydrate des anderen 
Nucleotids: «Wechselbindung». 
3. Die Bindungen der Nucleotide erfolgen zum Teil nach 
1, zum anderen Teile nach 2: «gemischte Bindungen». 
*) Jourh. of Biol. Chem., Bd. 12, S. 417. 
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