Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über den Stickstoffumsatz der nervösen Zentralorgane
Person:
Hirschberg, Else Hans Winterstein
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit20700/8/
Über den Stickstoffumsatz der nervösen Zentralorgane. 219 
der O-Zufuhr zum Gegenstand. Es zeigte sich, daß auch diese 
Abhängigkeit eine viel weitergehende war als beim Zucker¬ 
verbrauch: Ein Rückenmarkstück, das 24 Stunden in einer mit 
Sauerstoff geschüttelten NaCl-Lösung, aber ohne die sonst stets 
dauernd vorgenommene O-Durchleitung verweilt hatte, zeigte 
einen N-Verlust von nur 0,18 °/o, also beträchtlich weniger als 
in der Norm, und in einem zweiten gleichartigen, aber mit 
starker Temperaturherabsetzung verbundenen Versuche erfuhr 
das durch fast 52 Stunden bei 6° gehaltene Rückenmark einen 
N-Verlust von nur 0,08 o/0. Noch niedriger war der N-Umsatz, 
wenn die NaCl-Lösung vorher ausgekocht worden war; hier 
betrug er in einem Versuche bei gewöhnlicher Temperatur nur 
0,06 °/o, und in einem zweiten Versuche zeigte das Rückenmark¬ 
stück nach 24 ständigem Aufenthalt in ausgekochter Lösung 
noch einen N-Gehalt von 1,26 °'o, der also nur wenig geringer 
sein konnte, als der hier nicht untersuchte N-Gehalt des frischen 
Präparates. In diesem Versuche wurde die in der gleichen 
Lösung belassene Hälfte des gleichen Rückenmarks durch 
weitere 24 Stunden, aber bei ständiger Durchleitung von Sauer¬ 
stoff gehalten und jetzt noch nachträglich ein N-Verlust von 
0,11 °/o erzielt. Um den Einfluß' des (bei Fehlen der O-Durch- 
leitung) in der Lösung enthaltenen Sauerstoffs deutlicher 
hervortreten zu lassen, wurde in einem Versuch der 
N-Umsatz an zwei Hälften desselben Rückenmarks in NaCl- 
Lösung untersucht, die ausgekocht, für die eine Hälfte aber 
nachträglich wieder mit Sauerstoff durchgeschüttelt worden war. 
Der N-Gehalt nach 24 Stunden betrug bei der in O-armer 
Lösung gehaltenen Hälfte 1,24 °/o (war also wieder nur wenig 
geringer als der normale Gehalt des frischen Präparates), bei 
der zweiten Hälfte 1,11 •/•, so daß der hier beobachtete Mehr¬ 
verlust an Stickstoff von 0,13 °/o nur auf Kosten des durch das 
Schütteln in die Lösung gebrachten O-Vorrats eingetreten sein 
konnte. 
Zur Feststellung der Wirkung völliger O-Entziehung 
und Ausschaltung des Einflusses, den bei Fehlen der Gas- 
durchleitung der einfache Fortfall der Flüssigkeitsbewegung 
etwa durch Erschwerung der Diffusion der N-haltigen End-
        

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