Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über die Verdaulichkeit der Stärke verschiedener pflanzlicher Futtermittel durch Malz-, Pankreas- und Speicheldiastase
Person:
Pauletig, Marius
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit20670/11/
können jedoch, da es sich um Parallelversuche handelt, in 
jedem Einzelfalle leicht abgeschätzt werden. 
Die Stärke wird bekanntlich durch Diastase nicht un¬ 
mittelbar in Zucker (Maltose) umgewandelt, sondern auf dem 
Wege einer Reihe von nicht krystallisierenden, gar nicht oder 
nur schwach reduzierenden Zwischenprodukten (Dextrine). 
Um eine diastatisehe Wirkung ziffermäßig zu beurteilen, 
hat man zweierlei Wege eingeschlagen. Man hat einerseits die 
Zeitdauer bestimmt, welche das vollständige Verschwinden der 
intakten Stärke beansprucht,.anderseits die Zuckermenge, welche 
in einer bestimmten Zeit gebildet wurde. Die beiden Wege be¬ 
leuchten jedoch Seiten des Vorganges, welche wesentlich von¬ 
einander verschieden sind; denn es kann diastatisehe Prozesse 
geben, welche aufhören, wenn die Stärke zu Dextrinen ge¬ 
wisser Größenordnung und den diesen Prozessen nebenher¬ 
laufenden Zuckermengen abgebaut ist. Würde man bei einem 
solchen Prozesse lediglich die Zeitdauer des Verschwindens der 
Stärkereaktion in Betracht ziehen, so würde man einen solchen 
Prozeß unter Umständen auf gleiche Stufe stellen mit einem 
anderen Prozesse, bei welchem die Stärke vollständig oder 
nahezu vollständig zu Zucker abgebaut wird. Nimmt man ander¬ 
seits lediglich die in bestimmter Zeit gebildeten Zuckermengen 
zum Maßstabe, so könnte es unter Umständen übersehen werden, 
wenn ein Teil der Stärke durch die Diastase überhaupt nicht 
angegriffen wurde. Insbesondere auf das letztere Moment mußte 
bei meinen Versuchen Rücksicht genommen werden, wreil nach 
der bekannten Nägelischen Ansicht von der Stärkecellulose 
und Stärkegranulose zu vermuten war, daß in den von mir 
verwendeten natürlichen Stärkesorten Anteile vorhanden sind, 
welche durch Diastasen viel schwerer angegriffen werden als 
die übrigen Anteile, möglicherweise vielleicht gar nicht von 
den Diastasen verändert werden. 
Im Sinne dieser Ausführungen habe ich bei meinen Versuchen 
beiden Gesichtspunkten Rechnung getragen und sowohl den in 
bestimmten Zeiträumen gebildeten Zucker quantitativ bestimmt, 
als auch wenigstens aproximativ die Zeitdauer, welche das Ver¬ 
schwinden der Jodreaktion beansprucht, ermittelt. Die letztere
        

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