Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien über Chymosin- und Pepsinwirkung, III. Mitteilung: Über die verschiedene Empfindlichkeit des Pepsins und des Chymosins gegen Alkali
Person:
Hammarsten, Olof
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit20572/16/
306 Olof Hammarsten. 
Infusionen auf Mägen von etwas älteren Kälbern beobachten. 
♦So habe ich z. B. beim Verarbeiten der Mägen von 5—6 
Wochen alten Kälbern Infusionen erhalten, die bei der Neu¬ 
tralisation eine viel geringere Fällung als die Infusionen auf 
Mägen neugeborener Kälber gaben. In einem solchen Falle 
betrug die Menge des Niederschlages nur 1,6 °/o von der Ge¬ 
samtmenge der organischen festen Stoffe, während sie in den 
Infusionen auf Mägen von neugeborenen Tieren zwischen 9 bis 
12°/o schwankte. Der Niederschlag hatte auch ein anderes 
Aussehen, er war mehr flockig, ließ sich nicht so fein in der 
Flüssigkeit verteilen und setzte sich als eine mehr grobflockige 
Fällung leichter zum Boden. In Wasser aufgeschlemmt wirkte 
er milchkoagulierend in 2 Minuten bei 38°, die klar abfiltrierte 
Flüssigkeit, welche 0,025°/o feste Stoffe enthielt, wirkte aber 
erst nach 11 Minuten. Hier war also meine Methode nicht 
gut brauchbar; und ich will ausdrücklich hervorheben, daß 
meine Methode nur für die Mägen neugeborener Kälber aus¬ 
gearbeitet ist, und daß meine in diesem Aufsatze mitgeteilten 
Beobachtungen, wenn nichts anderes besonders angegeben 
wird, nur für Infusionen auf Mägen neugeborener (1—2 Tage 
alten) Kälber Geltung haben.* 
Die nun beschriebene Methode ist, wie man ersieht, 
außerordentlich einfach. Das Verfahren ist dasselbe wie bei 
der Darstellung einer neutralisierten Kalbsmageninfusion, nur 
mit der Abweichung, daß man die bei der Neutralisation auf¬ 
tretende Fällung nicht abfiltriert und wegwirft, sondern durch 
Zentrifugieren aufsammelt und in Wasser fein verteilt. Man 
erhält also auf der einen Seite eine neutralisierte, kräftig 
wirkende Infusion und auf der anderen daneben, gleichsam 
als Nebenprodukt, eine sehr kräftig labend wirkende, eiwei߬ 
arme Enzymlösung. Die Neutralisation bietet keine Schwierig¬ 
keiten, und es ist gar nicht nötig, mit einer stark verdünnten 
Natronlauge, z. B. einer n/io-Lauge, zu neutralisieren. Man kann 
ebenso gut eine stärkere Lauge an wenden, wenn man nur 
gegen Ende der Neutralisation mit genügender Vorsicht ar¬ 
beitet. Das Auftreten einer beginnenden Trübung kann als 
Indikator dienen, und man kann dann nötigenfalls die Neu-
        

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