Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien über Chymosin- und Pepsinwirkung, II. Mitteilung: Ein neues Verfahren zur Aufhebung der Parallelität zwischen Chymosin- und Pepsinwirkung
Person:
Hammarsten, Olof
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit20561/1/
Studien fiber Chymosin- und Pepsinwirkung. 
II. Mitteilung. 
Ein neues Verfahren zur Aufhebung der Parallelität zwischen 
Chymosin- und Pepsinwirkung. 
Von 
Olof Hammarsten. 
(Der Redaktion zugegangen am 24. April 1915.) 
Während meiner Untersuchungen über die Pepsin- und 
Chymosinfrage habe ich wiederholt das Bedürfnis empfunden, 
statt der Infusionen, zu deren Bereitung man nicht immer und 
zu jeder Jahreszeit das nötige Material zur Hand hat, ein 
Rohenzym in fester Form vorrätig zu besitzen, aus dem man 
bei Bedürfnis leicht reinere, aber trotzdem kräftig wirkende 
Enzymlösungen bereiten könnte. Nun gibt es allerdings käuf¬ 
liche Pepsin- und Labpräparate in fester Form, aus welchen 
man leicht durch Auflösung in Verdauungssalzsäure, bezw. in 
Wasser, kräftig wirkende Enzymlösungen darstellen kann; 
aber leider kennt man am öftesten weder das Rohmaterial, 
aus dem sie dargestellt sind, noch die Darstellungsweise oder 
die etwaigen Zusätze, welche sie enthalten. Aus diesen Gründen 
können solche Präparate nur für gewisse Untersuchungen in 
Betracht kommen. 
Ich versuchte deshalb ein Verfahren zur Darstellung von 
einem Rohenzym in fester Form, aus welchem Enzymlösungen 
leicht zu gewinnen sind, auszuarbeiten; und während dieser 
Arbeit fand ich bald, daß man aus Kalbsmägen leicht und 
ohne besondere Eingritfe Enzymlösungen mit stark aufge¬ 
hobener Parallelität zwischen Pepsin- und Chymosinwirkung 
gewinnen kannj 
Als Ausgangsmaterial benutzte ich die mit Kochsalz fein 
zerriebene und dann getrocknete Drüsenschicht der Schleim-
        

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