Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über den Abbau von Hexosenphosphorsäure und Lactacidogen durch einige Organpreßsäfte
Person:
Embden, Gustav Walter Griesbach Fritz Laquer
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit20534/18/
Über den Abbau von Hexosephosphorsäure und Lactacidogen. 143 
für die endotherme Umwandlung von Milchsäure in Trauben¬ 
zucker notwendige chemische Energie auf dem Wege irgend¬ 
welcher gekoppelter Reaktionen liefert. 
Je nach dem, ob auf Kosten von Fett, Eiweiß oder 
Kohlenhydrat die Zuckerregeneration aus Milchsäure — unter 
oxydativem Abbau der Energie liefernden Substanzen — er¬ 
folgt, wird der respiratorische Quotient ein verschiedener sein. 
Hiernach wäre die Tatsache, daß Muskelarbeit unter Ver¬ 
brennung sehr verschiedenartiger Nahrungsstoffe erfolgen kann, 
keineswegs ein Beweis dafür, daß diese verschiedenen Sub¬ 
stanzen sich selber an der spezifischen Arbeitsreaktion im 
Muskel beteiligen. Eiweiß, Fett usw. sind vielmehr allem An¬ 
schein nach in diesem Falle gleichsam nur als verschieden¬ 
artiges Brennmaterial zu betrachten, das die Energie für eine 
ganz bestimmte endotherme Reaktion, eben die Zuckerbildung 
(oder Lactacidogenbildung) aus Milchsäure liefert. 
Wenn es richtig ist, daß eine bestimmt lokalisierte 
Säuerung den Kontraktionsprozeß verursacht, und die Er¬ 
schlaffung der Muskulatur durch Fortschaffen der Säure bedingt 
ist, so lassen sich über den Chemismus der Säuerung und 
Entsäuerung auf Grund der in den voranstehenden Arbeiten 
erhobenen Befunde etwas bestimmtere Vorstellungen ge¬ 
winnen. 
Wenn ein Lactacidogenmolekül gespalten wird, so werden 
nach dieser Anschauung aus dem Kohlenhydratkomplex des 
Lactacidogens zwei Moleküle Milchsäure, und auch aus seinem 
Phosphorsäurekomplex, zwei saure Valenzen frei, die im 
Lactacidogen esterartig an Kohlenhydrat gebunden waren. 
Das Freiwerden gerade der Phosphorsäurevalenzen dürfte zu 
einer stärkeren Steigerung der Wasserstoffionenkonzentration 
führen, als es bei ausschließlicher Milchsäurebildung der 
Fall wäre. 
Bei der Entsäuerung würde, falls unsere Vorstellungen 
richtig sind, die Milchsäure entweder durch Austritt ins Blut 
oder durch Verbrennung oder durch Regeneration zu Kohlen¬ 
hydrat oder vielleicht auch durch eine irgendwie erfolgende 
Neutralisation beseitigt werden, während die bei der Lacta-
        

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