Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Kreuzungsuntersuchungen an Hafer und Weizen
Person:
Nilsson-Ehle, Nils Herman
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit20073/68/
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H. Nilsson-Ehle 
Die Resultate der Untersuchungen über die braune Ährenfarbe 
beim Weizen können in folgender Weise zusammengefasst werden: 
Die meisten braunährigeu Formen haben bei Kreuzungen gezeigt, dass sie 
nur eine Einheit als Grundlage der braunen Farbe besitzen; die Spaltung muss 
dann in der gewöhnlichen Weise (1:2:1) stattfinden. Aus weissährigen Sorten 
spontan entstandene braunährige Individuen haben in ihrer Nachkommenschaft 
auch stets die gewöhnliche Spaltung gezeigt. 
Mehrere braune Formen spalten jedoch in dihybrider Weise und zeigen da¬ 
durch, dass die braune Farbe bei ihnen von zwei Einheiten bedingt sein muss. 
Diese Formen haben eine relativ tief braune Farbe; doch zeigen gewisse Formen 
mit nur einer Farbeneinheit ungefähr ebenso tiefe Farbe, und nur die Spaltungs¬ 
zahlen braun : weiss können deshalb lehren, ob eine oder zwei Einheiten für die 
braune Farbe vorhanden sind. 
Die Formen mit zwei Einheiten für die braune Farbe stammen alle aus alten 
Landesweizenrassen. 
Es giebt also für die braune Ährenfarbe, ebenso wie für die schwarze Spelzen¬ 
farbe beim Hafer, mehrere Einheiten (oder wenigstens mehr als eine), die auch hier 
qualitativ. von einander nicht unterschieden werden können. Die erblichen (homo¬ 
zygoten) Abstufungen der braunen Ährenfarbe werden zum Teil durch solche be¬ 
sondere Farbeneinheiten bewirkt. Andere erbliche Abstufungen kommen bei der¬ 
selben Einheit vor und sind wahrscheinlich dem modifizierenden Einfluss anderer 
Eigenschaften zuzuschreiben. 
Die Heterozygoten braun X weiss haben gewöhnlich die braune Farbe mehr 
oder weniger abgeschwächt. Bei Kreuzungen zwischen tiefer braunen und weissen 
Formen ist die Farbe der Heterozygoten immer deutlich braun, wenn auch abge¬ 
schwächt, und das monohybride Verhältniss wird folglich 3 braun : 1 weiss. Bei 
Kreuzungen zwischen hellbraunen und weissen Formen tritt dagegen die braune 
Farbe bei den Heterozygoten oft kaum oder nicht hervor, so dass eine Trennung 
von den homozygot weissen sich nicht durchführen lässt. Die Heterozygoten ver¬ 
binden dann kontinuierlich braun mit weiss. Homozygot braune Formen können 
dagegen, so weit meine Untersuchungen es gezeigt haben, immer sicher von den 
rein weissen unterschieden werdeu, obwohl die braune Farbe bisweilen so schwach 
angedeutet ist, dass man von einer eigentlichen Diskontinuität in der Variation 
kaum reden kann. 
3. Kornfarbe beim Weizen. 
Es sind von mir 5 verschiedene Kreuzungen zwischen rot- und weisskörnigen 
Sorten untersucht worden. Gewisse von diesen haben sich unzweifelhaft auf die 
gewöhnliche monohybride Weise verhalten, ebenso wie anderswo bisher untersuchte
        

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