Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien zur Physiologie der Schilddrüse. V. Mitteilung: Kommt Jod im Blut vor?
Person:
Blum, F. R. Grützner
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit20053/1/
Studien zur Physiologie der Schilddrüse. 
V. Mitteilung. 
Kommt Jod im Blut vor? 
Von 
F. Blum und R. Grützner. 
(Aus dem Biologischen Institut zu Frankfurt a. M.) 
(Der Redaktion zugegangen am 22. Mai 1914.) 
Die Schilddrüse besitzt, wie in den vorigen Mitteilungen 
von uns erörtert worden ist, einen regen Jodstoffwechsel: sie 
greift anorganisch gebundenes Jod, dessen sie gerade habhaft 
werden kann, auf, sprengt die Bindung, ruft eine Jodierung der 
Ei weißkörper hervor und speichert das Halogen in organischer 
Eiweißsubstitution auf. Ein kleiner Hinweis darauf, daß das 
Jod in dieser Form nicht gewissermaßen regungslos abgelagert 
innerhalb der Schilddrüse liegen bleibt, sondern sich auch dort 
noch umsetzt, war in zwei anderen Befunden gegeben: in 
dem gelegentlichen, von Jodalkaliaufnahme unabhängigen Vor¬ 
kommen von in Aceton löslicher Jodsubstanz und in den ver¬ 
schieden hohen Jodierungsstufen des Thyreoglobulins. 
Daß etwa die Schilddrüse ein jodhaltiges Sekret bereite 
und abgebe, dafür hat sich bei dem Studium des Jodstoffwechsels 
an der Thyreoidea selbst keinerlei Anhalt ergeben.*) Im Gegen¬ 
teil haben manche Beobachtungen, wie wir dargetan haben, 
für einen ausschließlich intraglandulär verlaufenden Jodstoff¬ 
wechsel und ein dauerndes Verweilen des Jods innerhalb der 
Grenzen der Thyreoidea in der Norm gesprochen. 
Aber alle diese Erhebungen würden hinfällig, wenn eben 
doch ein jodhaltiges Sekret irgendwo in den Ausführwegen der 
Schilddrüse nachweisbar wäre. Früher hat man auf Grund 
von mikroskopischen Befunden — scheinbare Kolloidscholien 
in Lymphbahnen — die Lymphwege als die regulären Abzugs- 
*) Vgl. hierzu außer unsern letzten Mitteilungen: Blum, Altes u. 
Neues z. Physiolog. u. Path, der Schilddr. Kongreß f. innere Medizin, 
190t), S. 198 ff.
        

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