Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über die Cerebroside des Gehirns. VI. Mitteilung
Person:
Thierfelder, H.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit20029/6/
112 
H. Thierfelder, 
dings ist der bei der Acetylbestimmnng erhaltene Essigsäure¬ 
wert etwas zu gering (32,54 statt 33,36°/o), aber doch zu hoch, 
als daß die Annahme, die unbekannte Säure sei keine Oxvsäure, 
zulässig erscheint. Es hätte dann nicht mehr als 31,46°/o Essig¬ 
säure gefunden werden können. Trotz des niedrigen Titrations¬ 
wertes ist an die Möglichkeit zu denken, daß wir es mit der 
inaktiven Cerebronsäure zu tun haben. Eine solche ist von 
Levene1) in Form ihres Esters aus Cerebrosiden erhalten 
worden, sie ist nach Levene2) auch leichter löslich in ver¬ 
schiedenen Lösungsmitteln, als die aktive. Dasselbe wird ver¬ 
mutlich auch für die Ester gelten und würde das Ausbleiben der 
Ausscheidung erklären. Selbstverständlich ist das nur eine Ver¬ 
mutung, die experimentell zu prüfen sein wird, sobald mir wieder 
Material für die Spaltung zur Verfügung steht.3) Wenn es sich 
so verhalten sollte, dann würde in dem von mir untersuchten 
Phrenosin ein Gemenge von zwei Cerebronen vorliegen, von denen 
das eine die aktive, das andere die inaktive Cerebronsäure 
enthält. Das mit der aktiven Säure ist das krystallisierende. 
Die Spaltung des Cerebrons hat der Theorie nahekommende 
Werte geliefert. Sie verlangt 49,82 °/o Cerebronsäuremethylester 
und 43,78°/o Dimethylsphingosinsulfat. 
Eine dritte Cerebrosidfraktion. 
Wie früher beschrieben, erhielt ich aus dem Cerebrosid- 
gemenge nach möglichster Abtrennung von Cerebron und Kerasin 
zwei weitere Fraktionen, von denen die schwerer lösliche nach 
Entfernung von zuckerfreier Substanz 18—19°/o Zucker ent¬ 
hielt und bei der Analyse Werte gab, welche mit den für Kerasin 
erhaltenen ziemlich übereinstimmten.4) 
Leider ging von dieser Substanz, diç nur in wenigen 
Grammen zur Verfügung stand, für Untersuchungen, die zu 
keinem Resultat führten, der größere Teil verloren, so daß für 
die Spaltung nur 1,7 g übrig blieben. Es wurden zwei Ver- 
*) Journ. of Biol. Chem., Vol. 15, p. 360 (1913). 
*) Ibidem, Vol. 12, p. 383 (1912). 
s) Die erhaltene Säure ging leider durch einen Unfall verloren, 
so daß sie nicht polarisiert werden konnte. 
4) Diese Zeitschrift, Bd. 89, S. 238 (1914).
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.