Bauhaus-Universität Weimar

Ober die Bindungsformen des Schwefels im Harn. 
/ Von 
. E. Salkowski. 
(Aus der chemischen Abteilung des pathologischen Instituts der Universität Berlin.) 
(Der Redaktion zugegangen am 12. Februar 1914.) 
Durch Beobachtungen, über welche ich in nächster Zeit 
berichten werde, wurde ich veranlaßt, mich mit den Bindungs¬ 
formen des Schwefels im Harn zu beschäftigen. Dabei haben 
sich einige neue Tatsachen ergeben, die im Folgenden mitgeteilt 
werden sollen. 
Nach der allgemeinen Annahme, mit der meine bisherigen 
Beobachtungen übereinstimmten, enthält der Harn von Ka¬ 
ninchen im Gegensatz zu dem mancher Carnivoren kein Thio- 
sulfat. Dieses tritt jedoch, wie ich vor langer Zeit festgestellt 
babe, konstant im Harn auf nach Verfütterung von Taurin1) 
und Isäthionsaure2) und, wie Wohlgemuth3) vor einigen 
Jahren fand, von Cystin. Man konnte danach unbedenklich 
annehmen, daß, wenn bei Kaninchen nach Verfütterung einer 
schwefelhaltigen Substanz Thiosulfät im Harn auftritt, dieses 
von der zugeführten Substanz abstammt. 
Im Laufe der Zeit habe ich indessen gefunden, daß dieser 
Schluß nicht unbedingt richtig ist, vielmehr auch im Kaninchen¬ 
harn Thiosulfät in beträchtlicher Quantität vorhanden sein kann, 
nämlich wenn man die Tiere reichlich mit Weißkohl füttert, 
der zur Ernährung derselben in engen Käfigen sehr geeignet 
ist, da er wochenlang ohne Abwechslung gern gefressen wird, 
reichliche Harnentleerung verursacht und Kaninchen von 2 bis 
'*) Virchows Arch., Bd. 58, S. 476 (1873). Diese Angabe fehlt an 
der betreffenden Stelle (S. 111) in der neuesten (11.) Auflage von N eu¬ 
bauer-Huppert, es ist nur die Beobachtung betreffs des Cystins an- 
geführt), obwohl meine Beobachtung in der Wohlgemnthschen Arbeit 
mehrfach erwähnt ist. . - \ 
' *) Virchows Arch., Bd. 66, S. 315 (1876). ' 
3) Diese Zeitschrift, Bd. 40, S. 81 und Bd. 33, S. 469 (1904).
        

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