Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur Frage nach der fermentativen Tätigkeit des Blutes und der Gewebe bei Pankreasexstirpation. I. Mitteilung: Über das Antitrypsin
Person:
Stawraky, W.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit20009/6/
Tätigkeit des Blutes und der Gewebe bei Pankreasexstirpation. I. 385 
kochen inaktivierten Serumlösung (1:100) mit einer durch 
Erhitzen bis 68° inaktivierten und einer rohen Serumlosung 
nach Zusatz gleicher Mengen Essigsäure. Das erste Probier¬ 
gläschen (aufgekocht) zeigte eine starke Trübung, die beiden 
anderen absolut keine. Das Aufkochen bedingt also in 
diesem Falle eine Aggregation der ultramikroskopisch 
sichtbaren Kolloidteilchen der Eiweißkörper des Se¬ 
rums, deren Aggregate unserm unvollkommenen Auge 
doch noch unsichtbar bleiben, und erst Essigsäure 
bedingt die sichtbare Trübung, die zu Fehlschlu߬ 
folgerungen führt, da sie nicht als Folge einer hem¬ 
menden Kraft angesehen werden kann, sondern durch 
Veränderung der physikalischen Eigenschaften der 
Serumlösung erklärt werden muß. Wir haben also hier 
eine aus zwei Phasen bestehende Reaktion: eine durch 
Aufkochen bedingte Aggregation ultramikroskopisch 
sichtbarer Kolloidteilchen der Eiweißkörper, deren 
Aggregate unserem unvollkommenen Auge doch noch 
unsichtbar bleiben und eine durch Essigsäurezusatz 
bedingte zweite, sichtbare Aggregation (Ausflockung). 
Beim Inaktivieren durch Erhitzen bis 68° kommt es 
wohl nicht zu einer aus zwei Phasen bestehenden 
Reaktion. : 
Bei Untersuchung der hemmenden Eigenschaft des Serums 
gegen die verdauende Wirkung des Trypsins nach der Casein¬ 
methode von Gross-Fuld mit verschieden inaktivierten Seren 
(1:50) erwies es sich, daß das durch Erhitzen bis 68° im 
Laufe 1 Stunde inaktivierte Serum seine hemmenden Eigen¬ 
schaften vollständig verloren und im ersten Probiergläsehen 
volle Verdauung des Caseins durch Trypsin stattgefunden 
hatte. Das durch Aufkochen inaktivierte Serum zeigte dagegen 
eine scheinbare «Hemmung» sogar im vierten Gläschen, was 
uns zu einer Schlußfolgerung führen würde, daß das Aufkochen 
eine Aktivierung des Antitrypsins verursacht. Nicht eine Hem¬ 
mung haben wir, sondern eine sichtbare Aggregation Das 
rohe Serum zeigte eine Hemmung im zweiten Gläschen (Tab. I). 
Die Trübungen im Versuch mit dem aufgekochten Serum waren
        

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