Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über das Nucleoproteid nach Hammarsten aus Rinderpankreas. I. Mitteilung
Person:
Knopf, Martin
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit19986/4/
Ub< r das Nucleoproteid nach Hammarsten aus Rinderpankreas. I. 173 
schüssigen Salzsäure befreit und schließlich unter vermindertem 
Druck abdestilliert Der Rückstand war leicht in Wasser rest¬ 
los löslich und wurde mit Natriumpikrat ausgefällt. Der Nieder¬ 
schlag wurde aus stark verdünnter Pikrinsäurelösung umkry- 
stallisiert und lieferte eine Krystallisation von 2 g Adeninpikrat 
vom Schmelzpunkt 280°. 
0,1485 g Substanz liefern 89,4 ccm N (t = 19 ®, p = 76,0 cm) 
Berechnet für C6HgNfr G0HjN30r : 80,78 */o 
Gefunden: 30,68°/* N. 
Wenn man sich aus dem Phosphorgehalt, des Proteids 
unter der Voraussetzung, daß sämtlicher Phosphor als Guanyl- 
säure im Proteid vorhanden wäre, die Menge des Guanins be¬ 
rechnet, die man aus dem Proteid erhalten mußte, so ergibt 
sich ein Wert von 23,3 g Guanin, ln meinem Versuch habe 
ich dagegen nur 6,5 g, also etwa nur den Vierten Teil ge¬ 
funden. Der große Unterschied kann nicht nur durch Verluste 
bei der Darstellung erklärt weiden, weil gerade das Guanin 
wegen seiner Schwerlöslichkeit sich verhältnismäßig leicht 
quantitativ bestimmen läßt. Der von mir gefundene Wert ent¬ 
spricht vielmehr annähernd dem Werte, der sich aus derjenigen 
Menge Guanylsäure berechnet, die man auf die übliche Weise 
aus dem Proteid gewinnt. Für 12 g saures guanylsaures Kali 
sind 4,52 g Guanin verlangt, Daß man mehr findet wie die 
berechnete Menge, scheint ein deutlicher Hinweis dafür zu sein, 
daß die Guanylsäure nicht die einzige P-haltige Komponente des 
Nucleoproteids ist : hiermit steht das zweifellose Vorkommen 
von Adenin in guter Übereinstimmung. 
Freilich könnte eingewendet werden, daß das relativ kurze 
Kochen mit der wenig konzentrierten Schwefelsäure nicht alles 
Guanin aus seinem Verbände im Molekül herausgelöst hat. Nach 
den bisherigen Erfahrungen ist das aber durchaus unwahr* 
scheinlich. Dagegen verdient ein zweiter Ein wand mehr Be¬ 
achtung: Streng genommen ist ja nicht genau bewiesen, dal 
das Nucleoproteid Hammarstens und das von mir unter* 
suchte dieselben Substanzen sind, da mein Darstellungsver¬ 
fahren etwas von dem Hammärstens abweicht. Die beider 
Präparate haben zwar denselben Phosphorgehalt, man könnte
        

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