Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über intermediäre Reduktionsprozesse beim physiologischen Abbau
Person:
Knoop, F. Richard Oeser
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit19979/6/
146 
F. Knoop und Richard Oeser, 
böxyl — hier wird vielmehr mit Sicherheit beides reduziert. 
Denn auch hier wurde eine kleine Menge Phenyl-a-oxybutter- 
süure isoliert, und diese Tatsache stellt nun die Annahme einer 
Reduktion, die dem Eintritt von mindestens 4 H-Atoraen ent¬ 
spricht, völlig sicher. Der Befund von Phenacetursäure spricht 
aber für eine intermediäre weitergehende Reduktion des Car¬ 
bonyls bis zu CH2. Zugleich ist hier der erste Beweis für die 
Hydrierung einer Doppelbindung im Organismus gegeben, .die 
bislang für die Phenylisocrotonsäure nur wahrscheinlich ge¬ 
macht, aber für kein Beispiel exakt erwiesen war. Und wenn 
nun sichergestellt ist: 
1. Daß Ketonsäuren, Oxysäuren und ungesättigte Säuren 
die gleichen Produkte liefern (Phenylbuttersäurederivate), 
2. Keto- und Oxysäuren in ungesättigte Säuren über¬ 
gehen können (Phenylpropionsäurederivate) und 
3. ungesättigte Säuren hydriert werden, 
so ist also die Fähigkeit, Keton- und Oxysäuren zu den ge¬ 
sättigten Säuren zu reduzieren, für den Tierkörper erwiesen 
Experimenteller Teil •• : 
Nach den Angaben von Henke1) wurde b-Benzallävulin- 
säure aus Benzaldehyd und Lävulinsäure bei alkalischer Reaktion 
kondensiert und zu der gesättigten b-Benzyllävulinsäure redu¬ 
ziert. Von dieser Säure C^GHg-ÇHa-CO-CHg-CH^-COÔH 
wurden im Laufe yon drei Tagen 15 g als Natronsalz ver¬ 
füttert. Die Isolierung der Oxydationsprodukte aus dem Harn 
nach den oft beschriebenen Methoden : Vakuumkonzen¬ 
tration, langdauernde Ätherextraktion, Wasserdampfdestillation 
fraktionierte Krystallisätion, deren Details nicht wiederholt zu 
werden brauchen. Die Trennung der N-haltigen Produkte und 
der Oxysäuren geschah teilweise durch fraktionierte Krystai- 
lisation, zum Teil durch Benzol, das die Oxysäuren leicht löst. 
Es wurden 3,6 g Phenacetursäure gewonnen, die durch Schmelz¬ 
punkt. 142° und Spaltung identifiziert wurde. Die gewonnene 
Phenylessigsäure schmolz bei 76 °, das Glykokoll wurde als Ester¬ 
chlorhydrat charakterisiert. Die gewonnenen 0,8 g Phenyl-a-oxy- 
l) He 
Diss., Halle 1891.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.