Bauhaus-Universität Weimar

Zur Kenntnis der gepaarten Glukuronsäure. 461 
' ; ï 
Darstellung der Orcinglukuronsäure und 
Eigenschaften derselben. 
Als Versuchstier bediente ich mich des Kaninchens. Das 
Tier bekam per os 1,5 g Orcin pro 2 kg Körpergewicht. Der 
in 24 Stunden entleerte Harn reagierte stark sauer, färbte sich 
schwach dunkel violett, drehte intensiv nach links und gab 
Millonsche Reaktion schon in der Kälte. Wenn der Harn mit 
Mineralsäuren gekocht wurde, zeigte er eine deutliche Rechts¬ 
drehung und gab nicht mehr Millonsche Reaktion. 
Der gesammelte Harn wurde zunächst mit Bleiacetat 
gefällt und die vom Niederschlag abfiltrierte Flüssigkeit mit 
Bleiessig versetzt. Die dabei eintretende Fällung wurde ab¬ 
gesaugt, wiederholt mit Wasser gewaschen und dann mit 
Schwefelwasserstoff zerlegt. Die vom Bleisulfid abfiltrierte 
Flüssigkeit wurde auf dem Wasserbade bis zu einer geringen 
Menge eingedampft, dann mit Baryumcarbonat 20 Minuten auf 
dem Wasserbade erhitzt und filtriert. Das Filtrat wurde zu 
Sirup eingedampft und an der Luft oder in einem Exsikkator 
stehen gelassen, wobei sich das Baryumsalz der Orcinglukuron¬ 
säure krystallinisch ausschied. 
Das so gewonnene orcinglukuronsäure Baryum wurde 
wiederholt aus Wasser umkrystallisiert. Es krystallisierte in 
Nadeln, welche in Wasser leicht löslich, in Alkohol und Äther 
^unlöslich waren. Es zeigte Millonsche Reaktion und Orcin- 
Salzsäureprobe und zwar ohne Zusatz von Orcin — die Re¬ 
duktionsprobe war negativ —. 
Eine wässerige Lösung des Baryumsalzes drehte die Ebene 
des polarisierten Lichtes nach links. 
0,3996 g des Baryumsalzes, in JO ccm Wasser gelöst, drehten in 
1 dm-Rohr 1,47° nach links'. 
[a]D = — 73,58°. 
Analysen der Orcinglukuronsäure. 
Zur Analyse wurde das Baryumsalz angewandt, welches bei 110 
bis 120° C. zum konstanten Gewicht getrocknet war. Über 120# C. färbte 
es sich allmählich braun.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.