Bauhaus-Universität Weimar

H. Steudel, 
Nachdem durch meine Untersuchungen wenigstens die 
eine Komponente des Nucleohistons, die Nucleinsäure, zu einem 
genau definierbaren Körper geworden war und es sich gezeigt 
hatte, daß sich mit ihrer Hilfe die Verhältnisse der äther-, 
alkohol- und wasserunlöslichen Substanzen des Kopfes der 
Spermatozoen von Fischen in einfacher und klarer Weise über¬ 
sehenlassen, habe ich jetzt auch die Untersuchung der Substanzen 
des Zellkernes der Thymuszellen in Angriff genommen in der 
Hoffnung, auch hier zur Klärung der kompliziert erscheinenden 
und sehr strittigen Verhältnisse einiges beitragen zu können. 
Die erste Aufgabe bestand naturgemäß darin, aller Ein¬ 
wände ungeachtet das alte Lilienfeldsche Nucleohiston, auf 
das sich ja auch die späteren Untersucher immer wieder be¬ 
ziehen, in größerer Menge darzustellen und den Anteil zu be¬ 
stimmen, den die echte Nucleinsäure daran hat. War dies 
festgestellt, so ließen sich hieraus schon gewisse Schlüsse auf 
den noch verbleibenden Rest ziehen. 
Es wurden also IOV2 ff Thymusdrüsen frisch aus dem 
Schlachthaus bezogen, rein präpariert, zerkleinert und die 
nunmehr verbleibenden 2850 g reiner Substanz mit 5850 ccm 
\\ asser unter Zusatz von Toluol 4 Stunden im Schüttelapparat 
geschüttelt und über Nacht auf Eis gelegt. Dann wurde die 
Masse durch ein Haarsieb getrieben, mit 37 1 Wasser verdünnt 
und zentrifugiert. Es resultierte eine hellgelbe, schwach opales¬ 
zierende Flüssigkeit und sehr wenig eines schleimigen Rück¬ 
standes.. Die Lösung wurde nun vorsichtig mit Essigsäure aus¬ 
gefällt, der Niederschlag abfiltriert, ausgeschleudert und mit 
essigsaurem Wasser ausgewaschen. Die schneeweiße Substanz 
wurde jetzt in 3-4 1 Wasser, dem auf 800 H80 200 ccm 
10°/oige Na8C03-Lösung hinzugefügt waren, aufgelöst, die Lö¬ 
sung auf 10 1 verdünnt, über Seesand an der Säugpumpe von 
geringen schleimigen Rückständen abgesaugt, das Filtrat, das 
noch immer schwach opaleszierte, noch einmal mit dem gleichen 
Volumen Wasser verdünnt und wieder mit Essigsäure ausge¬ 
fällt. Der Niederschlag wurde abfiltriert und wiederholt mit 
Alkohol und Äther ausgekocht. So wurden 165 g eines weißen, 
feinen, staubenden Pulvers erhalten.
        

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