Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Fesselungshyperglykämie und die Fesselungsglykosurie des Kaninchens
Person:
Hirsch, E. H. Reinbach
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit19898/1/
Die Fesselungshyperglykämie und Fesselungsglykosurie 
des Kaninchens. 
Von 
Hr. E. Hirsch und Dr. H. Reinbach. 
(Aus «Km Kiocheniischen Institut der Akademie für praktische Medizin in Düsseldorf. 
Vorstand: Professor Johannes Müller.) 
(Der Redaktion zugegangen am 23. Juli 11)13.) 
Im Verlauf von Untersuchungen über den intermediären 
Stoffwechsel, die im hiesigen Institut im Gange sind, ergab 
sich die Notwendigkeit, die Schwankungen des Blutzucker- 
gehaltes unter dem Einfluß physiologischer Variabein genauer 
zu studieren. Als die erste Aufgabe erschien es, festzustellen, 
ob nicht schon verhältnismäßig einfache Manipulationen am 
Versuchstier auf den Blutzuckergehalt einwirken. Denn be¬ 
stünden solche Einflüsse, so würden offenbar Veränderungen 
des Zuckergehaltes, die sich nach irgendwelchen anderen experi¬ 
mentellen Maßnahmen einstellen, nicht mit Sicherheit auf eben 
diese Maßnahmen als ihre Ursache bezogen werden können. 
Wir haben uns sehr bald überzeugt, wie notwendig diese 
methodologische Vorarbeit war. Denn aus den unten mitzu¬ 
teilenden Versuchen wird sich ergeben, daß die Mehrzahl der 
in der physiologischen und pharmakologischen Literatur exi¬ 
stierenden Angaben über den Einfluß chemischer Substanzen 
auf den Blutzuckergehalt dringend einer Nachprüfung bedürfen, 
weil man, die eben angedeutete Fehlermöglichkeit nicht berück¬ 
sichtigend, einfach nach dem beliebten Schema post hoc, ergo 
propter hoc geschlossen hat. 
Unsere Untersuchungen erstreckten sich zunächst auf 
das Kaninchen, weil wir in ihm ein besonders geeignetes Ver¬ 
suchsobjekt zu linden hofften. Etwas dem an Katzen von 
Böhm und Hoffmann gefundenen Feßlungsdiabetes Analoges 
ist ja für das Kaninchen bisher nicht bekannt. Ja, Bang be¬ 
merkt in seinem Buch «Der Blutzucker» (Wiesbaden 1913)
        

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