Bauhaus-Universität Weimar

Zur Chemie der Bakterien. 
I. Mitteilung. 
Von ~ 
Sakae Tamura (Tokio). 
(Aus «lern hygienischen und dem physiologischen Institut der Universität Heidelberg.) 
(Der Redaktion zugegangen am 8. Juli uh«.) 
Die Feststellung der chemischen Zusammensetzung der 
Bakterien ist zunächst vom speziell medizinischen Standpunkt 
wichtig, insofern sie uns eine Aufklärung bieten kann über 
die Beziehungen, in welche diese Organismen zum Leben der 
höheren organischen Wesen treten, insbesondere über die Lebens¬ 
bedingungen und das Wachstum der Bakterien selbst, über 
die Natur der Gifte und der Immunstolfe, die sie erzeugen. 
Anderseits ist die chemische Kenntnis der Bakterien aber 
auch ein wichtiges Kapitel der allgemeinen Physiologie. Eine 
Organismengruppe, welche in ihren physiologischen Funktionen 
von den übrigen lebenden Wesen so weit abweicht, verdient 
bei den Foischungen über das Wesen der Lebenserscheinungen 
ganz besondere Aufmerksamkeit. Sie verspricht neue Gesichts¬ 
punkte für die Auffassung der fundamentalen Lebensprozesse. 
Auch, die chemischen Untersuchungsmethoden müssen 
eigene Wege einschlagen, um die Natur der Bakterien zu er¬ 
gründen. Die Methoden, welche zur Untersuchung anderer orga¬ 
nischer Gewebe dienen, reichen in diesen Fällen nicht aus. 
Besonders schwierig ist die Charakterisierung der Protein¬ 
stoffe, da diese sich den indifferenten Lösungsmitteln gegenüber ^ 
als widerstandsfähig erweisen. Trotzdem ist es möglich, auf 
Grund der folgenden Betrachtungen einige wichtige Kenntnisse 
über die stickstoffhaltigen Bestandteile der Bakterien zu ge¬ 
winnen. Die Proteinstoffe, müssen als Aggregate derjenigen 
Hoppe-Seyler’s Zeitschrift f. physiol. Chemie. LXXXVII. 7
        

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